Der kleine Zigaretten-Dämon

Eine meiner Ziele auf dem Jakobsweg ist es, mit dem Rauchen aufzuhören. In Deutschland rauchen ungefähr 20 Millionen Menschen in allen Altersstufen. Viele Menschen wollen mit dem Rauchen aufhören, aber einige scheitern bei dem Versuch. Ich rauche seit unglaublichen 19 Jahren. Das ist mehr als die Hälfte meines Lebens. Der Gedanke, mit dem Rauchen aufzuhören, überfiel mich schon öfters. Aber seitdem ich mir bewusst gemacht habe, dass ich für mich den Jakobsweg gehen möchte, ist dies eine der ersten Etappen für mich. Komischerweise war es mein erster Gedanke, der mir für meinen inneren Jakobsweg heraufkam.

Mein kleiner Ziggie

Ich verbinde viele Dinge mit dem Rauchen. Depression wird unbewusst durch das Rauchen gefördert. Als Raucher denken wir, die Zigarette gibt uns Selbstsicherheit, Entspannung, Selbstvertrauen und Genuss. Es sei eine Angewohnheit. Dabei ist es eine Sucht, ein kleines Monster, dass gefüttert werden will. Wenn der Nikotin abgebaut ist, was sehr schnell geht, hinterlässt es eine Leere, ein Hungergefühl. Die Zigarette betäubt uns körperlich wie seelisch. Es benebelt unsere Gedanken. Es ist ein Gift. Wir betäuben uns im wahrsten Sinne. Obwohl wir denken, dass es uns Erleichterung verschafft, ist es ein Teufelskreis, der uns immer weiter hinunter drückt. Wir wollen immer mehr Gift, um die Schmerzen nicht ertragen zu müssen, wie ein langsamer Selbstmord, die körperliche und seelische Selbstzerstörung. Mit jeder Zigarette nehmen wir ein Löffelchen Gift zu uns. Wir erliegen der Illusion, dass es das Einizge ist, was uns rettet, uns hilft, das alles zu überstehen. Es ist unser Strohhalm bei Stress oder unüberwindbaren Hindernissen. Wir können ohne diese Zigarette nicht genießen und leben.

Aber das ist alles eine Illusion. Wir brauchen die Zigarette nicht, um erwachsen zu sein, Verantwortung zu übernehmen, unseren inneren Frieden zu finden, zu genießen, unsere Selbstachtung zurückzugewinnen. Wir müssen kein Opfer bringen, weil Gift kein Gewinn ist. Du kommst aus der Sklaverei in die Freiheit. Um wirklich zu gewinnen, hungern wir die Bestie aus.

Tu es!

Der erste Schritt ist der schwierigste und einfachste Schritt zugleich: Treffe die Entscheidung, nie wieder zu rauchen! Und höre einfach auf. Versuche es nicht, sondern mache es einfach! Dann kommt der zweite Schritt: Genieße den Entzug! Blase kein Trübsal, sondern freue dich über deinen Geruchs- und Geschmackssinn, der zurück kommt. Gehe spazieren. Gehe einmal bewusst die Treppen hinauf und merke, dass du mehr Luft bekommst. Wenn der kleine Dämon wieder anklopft und dich verführen will, gib ihm jedesmal den Todesschlag, indem du sagst: „Ich brauche dich nicht mehr!“ Wie bei Gollum in Herr der Ringe. Jammern füttert es wieder. Aber verdränge das Verlangen nicht, gehe ganz bewusst damit um und freue dich über den Widerstand. Belohne dich ruhig. Aber ersetze die Sucht nicht durch etwas anderes. Suche viel lieber die Entspannung. Es wird ein ganz neues Gefühl sein, weil du endlich die Leere füllst.

Lasse deine Gefühle wieder zu, die guten und die schmerzlichen. Sie gehören zu dir. Du kannst die Angst bewältigen, alleine ohne den Dämon. Es ist ein Spiel. Das Leben ist ein Spiel und eine Bühne. Spiele nach deinen Spielregeln, nicht nach anderen aufgezwungenen Regeln und genieße die neue Freiheit!

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Die Angaben sind ohne Gewähr. Es sind Hilfestellungen und Hinweise, die zur Information dienen.

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2 Kommentare zu „Der kleine Zigaretten-Dämon

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