Richtlinien der Schulen – Phantasie und Kreativität

In den Richtlinien der Schulen und im Bildungsystem steht geschrieben, dass Lehrer die Schüler und Schülerinnen in Phantasie und Kreativität fördern sollen. Dies gestaltet sich aber trotz aller Mühen sehr schwierig. Lehrer bekommen einen Lehrplan vorgesetzt, an denen sie sich halten müssen. Außerdem sind unter den Schülern und Schülerinnen viele verschiedene Talente, die jeweils anders gefördert werden müssen.

Phantasie ist unterbewertet

Phantasie bedeutet, dass man sich frei entfalten kann, ohne Grenzen. Es gibt kein „Thema verfehlt“ oder „Das darf nicht aufgeschrieben werden“. In der Schule ist das anders.  Kaum lernen wir eine Sprache, wird sie uns durch stupide und langweilige Schullehrformen wieder genommen. Aber wer kann den Lehrern und Lehrerinnen einen Vorwurf machen. Sie werden ja von den Lehrplänen geleitet. Sicherlich kann man als Lehrer und Lehrerin im einzelnen freie Themen vorgeben, aber wie soll man das als Lehrer oder Lehrerin benoten?  Eine Geschichte handelt von Zombies, die andere handelt von der Liebe. Wo findet man ein Maßstab, um es zu bewerten?

 Eltern sollten Kinder fördern

Wenn man weiß, dass die Schule die Phantasie und Kreativität nur sehr begrenzt fördern kann, dann hat man gegenüber seinem Kind (so ist meine Meinung – nochmal betont), die elterliche Fürsorge, mit Spaß und Spiel die Sprache zur Entdeckungsreise zu machen. Wenn man als Eltern dies nicht fördert, darf man sich nicht wundern, wenn die Kinder nur vor dem Fernseher, Spielekonsole oder PC sitzen, sich nicht richtig ausdrücken können, nicht gerne lesen, einfallslos sind, usw. Es sind Unterhaltungsmedien, die natürlich viel spannender und „IN“ sind als altmodische gedruckte Bücher und Brettspiele.

Pro-Argumente für den Spaß an der Sprache

Es gibt viele Beispiele, die für das Fördern der Phantasie und Kreativität bei Kindern sprechen und nicht nur bei ihnen. Es wirkt sich auf unser ganzes Leben aus. Je konkreter, erfinderischer und phantasievoller wir in unserer Kindheit sind, umso abstrakter und kreativer sind wir als Erwachsene. Phantasie und Kreativität braucht man im Smalltalk, um sich ausdrücken zu können, den Wortschatz zu erweitern, träumen zu können und unsere Grenzen kennen zu lernen, zwischenmenschliche Beziehungen erfolgreich zu meistern (Gebrüder Grimm Märchen sind ideal für Beispiele der zwischenmenschlichen Beziehung), zu improvisieren und ich gehe sogar soweit, dass man es im Beruf und Allgemeinwissen braucht. Neue Sprachen lernen oder übersetzen ist ein Handwerk. Es gibt bestimmte Techniken und Methoden, die man duplizieren und anwenden kann. Die Grenzen sind nur im Kopf.

Was Worte bewirken

Es ist das grundlegendste Kommunikationsmittel nach der Körpersprache. Es hat ebenso weitreichende Auswirkungen: Wir können uns missverstehen, streiten, diskutieren, flunkern, schreien, flüstern, Gefühle ausdrücken und noch viel mehr.Der absolute Grundwortschatz besteht aus ca. 400 Wörtern. Wieviel kann man mit 400 Wörtern ausdrücken? In der eigenen Welt gibt es nur das, was man formulieren, denken, fühlen, hören, riechen, sehen oder schmecken kann. Alles andere gibt es quasi für den Einzelnen nicht, obwohl es in der objektiven Welt sehr wohl existiert. Es ist natürlich Ansichtssache. Als Erwachsener ist man selber dafür verantwortlich, ob und wie man sich weiterbildet, seine Sprache nutzt und seine Phantasie und Kreativität fördert. Dennoch ist Phantasie und Kreativität fundamental für unsere Entwicklung.  Je mehr Wörter man kennt, desto besser kann man die Welt beschreiben und verstehen. Man sieht sie durch eine andere Brille wie vorher, genauso wie es bei Kindern passiert. Haben Sie einmal die leuchtenden Augen eines Kindes gesehen, wenn es endlich weiß, wie das Ding heißt? Wie seelenschmeichelnd sind herzerweichende Gedichte, sehnsuchtserfüllte Schnulzenfilme oder die gruseligen Horrorbücher.

Passiver und aktiver Wortschatz

Wir nutzen nur einen Teil unseres Wortschatzes aktiv im Alltag. Der Rest schlummert vor sich hin. Wenn wir ein Buch lesen, Radio hören oder Fernseher schauen, gibt es bestimmt einige Wörter, die wir schon lange nicht mehr gehört und benutzt haben. Ein durchschnittlicher erwachsener Mensch hat in der Regel einen aktiven Wortschatz von ungefähr 6.000 Wörtern, ein hochgebildeter Mensch bis zu 12.000 Wörtern. Die deutsche Sprache hat aber mehr als 100.000 Wörter (gemäß Wörterbuch Leipziger Universität).

Contra-Argumente

Einen Wortschatz von 100.000 Wörtern kann man im normalen Alltag niemals verwenden. Eine durchschnittliche Frau redet 12.000 Wörter am Tag, während ein durchschnittlicher Mann nur 7.000 Wörter gebraucht. Andere Sprachen kann man nur so gut beherrschen, wie man seine Muttersprache beherrscht. Man kann auch nicht alles wissen. Obwohl der Mensch ein komplexes Gehirn hat, haben wir nur begrenzte Kapazitäten, weil wir nach Prioritäten denken und Unwichtiges vergessen oder auf dem Abstellgleis im Kopf legen. Wenn man sich einen allgemeinen Wortschatz erarbeitet und sich auf ein Gebiet spezialisiert, zum Beispiel Fachsprache oder Thematik, ist dies schon sehr beeindruckend. Aber lasst euch nicht entmutigen. Seht es eher als einen Aufruf zum Verständnis und Spaß an der Sprache. Damit ist vielen geholfen.

 

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