Reden oder schweigen?

Meinungsfreiheit ist zwar in unseren Gesetzen verankert, aber WENN man alleine in Deutschland jeden einzelnen Menschen befragen würde, was er zum Staat Deutschland denkt, würden bestimmt so einigen Personen die Augen aufgehen. Es gibt Menschen, die sich nur für sich selbst interessieren, da sie keine Zeit haben, sich über andere Dinge Gedanken zu machen. Manche haben vielleicht nicht den Wissensstand. Andere wiederum sind sprachlos oder haben sogar erstaunliches zu berichten. Aber wen interessiert diese Meinung? Uns alle! Aber wie werden sie gehört? Wieso sagen die meisten Menschen ihre Meinung nicht? Haben Sie Angst, sind einige einfach nur ignorant oder wissen die Meisten nicht, wie sie ihre Meinung mitteilen können?

Es ist natürlich bei dieser Masse an Menschen schwierig, Informationen zu koordinieren, zu sammeln und auszuwerten. Aber zum Glück gibt es Medien. Wieso nutzen die Medien nicht einmal ihre „Macht“? Es müsste doch eine Möglichkeit geben, die Meinungen und Gedanken zu zentrieren. Hat sich darüber noch keiner Gedanken gemacht?

Was mich an der Geschichte fasziniert ist, dass man Entwicklungen nachvollziehen kann, wie es zu dem heutigen Stand gekommen ist. Wieso sind die Dinge heute so, wie sie sind? Daraus kann man bereits ahnen, wie es weitergehen könnte. Zumindest hätte man eine Startposition. Der Nachteil ist nur: Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben.

Das erinnert mich an eine kleine Geschichte, der Autor ist unbekannt, aber es ist etwas Wahres dran:

Story of somebody, anybody,everybody, nobody

This is a little story about four people named Everybody, Somebody, Anybody, and Nobody. // Dies ist eine kleine Geschichte über Jederman, Jemanden, Irgendjemand und Keinen.

There was an important job to be done and Everybody was sure that Somebody would do it. // Es gab einen wichtigen Job zu erledigen und Jedermann war sicher, dass Jemand das machen würde.

Anybody could have done it, but Nobody did it.// Irgendjemand hätte es tun können, aber Keiner tat es.

Somebody got angry about that because it was Everybody’s job. // Jemand wurde sauer darüber, weil Jedermanns Job war.

Everybody thought that Anybody could do it, but Nobody realized that Everybody wouldn’t do it. // Jedermann dachte, dass es Irgendjemand machen konnte, aber Keiner realizierte, dass Jederman es nicht tun würde.

It ended up that Everybody blamed Somebody when Nobody did what Anybody could have done. // Es endete damit, dass Jedermann Irgendjemand die Schuld gab, wobei Keiner tat, was Irgendjemand hätte tun können.

Herz über Kopf?

Die Menschen, ob man das wirklich allgemein betrachten kann, sei dahin gestellt, haben eine ganze Zeit lang nach ihrem Herzen gelebt. Als sie bemerkten, dass es falsch war, entdeckten sie, dass man auch rein nach dem Verstand leben konnte. Ein Beispiel aus der Volkswirtschaftslehre: In der Volkswirtschaftslehre werden Modelle von der Realität erstellt, die einzelne Aspekte in Betracht ziehen. Das ist so, als ob man ein Spielzeugauto als Modell von einem richtigen Auto nimmt. Es hat gewisse Ähnlichkeiten, aber mit einem Spielzeugauto kann man z.B. keine Personen befördern. Dies ist ein Teil der Wirklichkeit. Komischerweise versucht man aus dem Modell auf die Wirklichkeit zu schließen und übernimmt diesen Maßstab teilweise 1:1.

Das ist doch logischerweise lebensfremd. Wenn man nur mit dem Herzen denkt, lässt man den Verstand außer Acht. Der Verstand meldet sich, wenn etwas nicht in seinem Kram passt. Es ist doch dann, behaupte ich, falsch, wenn man dem Verstand, als Herz verweigert, mitzubestimmen. Anders herum wäre es genauso. Das verursacht bei einem Menschen Bauchschmerzen, Kopfschmerzen im seelischem und körperlichen Sinne. Sinnvoll wäre es doch, eine Balance zu finden, mit dem Herz und Verstand leben können. Ein Extrem ist nicht gut, man sollte das Gleichgewicht halten.

Wenn dies bei einem Individuum zutrifft und wir gelernt haben, dass viele Individuen in einem Land sich der Gesellschaft ergeben, sollte dies nicht auch logischerweise von Prinzip her auf einen abstrakten Staat zutreffen. Der Staat denkt rein mit dem Verstand und lebt von Modellen. Natürlich sind die Institutionen auch von Menschen beeinflusst, aber diese müssen doch nach Paragraphen handeln. Paragraphen sind Richtlinien, Vorschriften und Normen, die dem Menschen dienen sollen. Das heißt, sie können mit Argumenten und Auslegungen gedehnt werden. Wieso stellen wir uns unter dem Pantoffel des Gesetzes, wenn das Gesetz eigentlich für das Zusammenleben und der Sicherheit erschaffen wurde, also FÜR den Menschen? Das Gesetz sollte dem Menschen dienen.

Eine Bevölkerung von über 81 Millionen Deutschen kann man natürlich nicht wie ein Dorf regieren. Großstädte sind nun mal anonym und es wird immer komplizierter, je größer die Bevölkerung wird. Man kann es auch nicht mit damaligen Zeiten vergleichen, wo es noch nicht so viele Menschen und Autos auf der Welt gab. Aber kann man nicht aus der Geschichte Parallelen und Schlussfolgerungen ziehen, aus seinen Fehlern lernen, seine Wurzeln sich eingestehen und endlich mal realistisch, lebensnah und wahrheitsgetreu werden?

Gedankenanstoß-Pusher

WIE kann man sich als Staatsoberhaupt, und damit meine ich allgemein die Personen im Amt auf der Welt, mit dem Hintergrundwissen unserer Geschichte bitte mit einem anderen Staat vergleichen, der eine völlig andere Geschichte und Mentalität hat? Verstrickt man sich nicht in Widersprüche und in eine Unglaubwürdigkeit? Was für Gedanken machen sich solche Menschen, haben sie kein Einfühlungsvermögen? Das ist ein sehr schwieriges Thema. Man sollte sich mit den Migranten beschäftigen ist die allgemeine Meinung und was ist mit den anderen, die keine Migranten sind? Die lässt man im Regen stehen oder was? Wo ist da die soziale Gerechtigkeit bitte? Fangen wir einfach mal an irgendeinem Punkt an, wird schon der Richtige sein? Vielleicht kann man mit Zynismus die grausame Realität ins Lächerliche ziehen, aber das Unglaubliche ist nicht zum Lachen. Es ist tod ernst. Die Leute meinen das wohl wirklich so, wie sie es sagen. Ich schüttel da nur den Kopf.

Altersheime arbeiten nach Schemata F, Familien werden nur noch auf ihren Zweck reduziert, Arbeit wird entwertet und und und.

Ein solch einseitiges Denken ist beschämend, wenn es wirklich so ist. Deswegen hasse ich es, wenn man nur vom Punkt erzählt, ohne den Satz zu schreiben. Der Hintergrund einer Geschichte ist doch wichtig, um zu verstehen, wie der Weg dorthin war. Aber wer weiß, ob da nicht noch mehr dahinter steckt. Der Mensch ist keine Maschine (Werbespot von Julietta (Auto-Spot): Ohne Herz wären wir nur Maschinen.). Der Mensch besteht aus seinem Herzen, seinem Verstand und seinem Bauchgefühl/Körper. Er will als Ganzes wahrgenommen werden. Sind die Menschen in den Augen der Bürokratie nur eine Nummer, eine Körperhülle, die ihr Geld und ihre Arbeitskraft für den Staat opfern darf? Ich hoffe es nicht. Vielleicht will ich die Antwort gar nicht wissen.

Wenn man eingesteht, wie die Realität ist, ohne sie schön zu reden, gibt es vielleicht noch Hoffnung? Muss man das Rad immer wieder neu erfinden, um die gleichen Fehler solange zu begehen, bis man eines Tages daraus lernt? Ist es besser Pessimist, Optimist oder wahrer Optimist zu sein?Sind wir bereit?

Advertisements

4 Kommentare zu „Reden oder schweigen?

  1. Ich glaube ja, dass die meisten Probleme unserer Zeit in unserem Denken liegen. Und in dem Denken, das wir von Kindesbeinen an gelernt haben, betrachten wir die Welt unglaublich gerne aus einer Meta-Perspektive. So ist es für uns z.B. vollkommen normal, uns mit Nachrichten zu beschäftigen, die am anderen Ende der Welt stattfinden, obwohl wir darauf gar keinen Einfluss haben. Dadurch sind wir es gewöhnt, zu denken dass wir auf die Dinge keinen Einfluss haben, weil sie ja viel größer sind als wir.
    Aber… was wäre, wenn unser Gehirn auf unser Umfeld fokussiert wäre. Auf das, was in unserer Gemeinde stattfindet. Dann würden wir sehen, dass wir unglaublich viel bewegen können. Und das es wundervolles, ehrenamtliches Engagement von freiwilligen Helfern für Menschen gibt, die Hilfe brauchen. weil sie eben sehen, dass Hilfe gebraucht wird. Diese liebevollen und hilfsbereiten Menschen würden jedem in Not helfen – sobald sie sehen, dass ihre Hilfe gebraucht wird.
    Ich lese in so vielen Kommentaren immer wieder die Meinung, dass Menschen in Deutschland vergessen werden würden, dass Senioren keiner hilft o.ä. Doch ich sehe kaum Engagement für diese „Vergessenen“.
    Ich höre überall „keiner macht was für xy“ aber ich sehe niemanden, der etwas organisiert und sagt: Wo und wie konkret geholfen werden kann. Ich sehe in meiner Gemeinde keine Aufrufe, was ich tun könnte und deswegen tue ich auch nichts.
    Im Fall der Flüchtlinge wusste ich genau Bescheid, was ich tun kann – weil ehrenamtliche, engagierte Menschen dafür gesorgt haben, dass es jeder erfährt. Und genau deshalb war die Hilfsbereitschaft so groß.
    Und da finde ich Dein Zitat oben sehr passend. Jedermann, der sieht, dass jemand im Regen stehen gelassen wird – hat die Chance (die Pflicht?), sich zu engagieren und damit etwas zu verändern. Ganz konkret. In der eigenen Gemeinde und dann meist auch schnell darüber hinaus. Wenn Du der Meinung bist, dass in Deiner Stadt die Senioren vergessen werden, dann kannst Du ganz konkret um Hilfe bitten. Mit den lokalen Medien und Vereinen reden. Vorschläge machen, wie Hilfe aussehen kann. Formulieren, was benötigt wird und zeigen, wie die Menschen Deiner Region die Missstände beheben können.
    Genauso hat es bei den Flüchtlingen auch funktioniert. Durch Menschen, die konkret gezeigt haben, was getan werden muss. Jedermann könnte das tun. Für jedes Problem.

    Liebe Grüße
    Matthias

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Matthias,
      vielen lieben Dank für deinen wundervollen Kommentar. Genauso denke ich auch. Im Moment versuche ich auch in meinem Umfeld etwas zu bewirken.In meiner Familie habe ich angefangen. Das war sehr wichtig. Dadurch, dass ich diese blöden Angststörungen habe, ist es im Moment noch schwierig, auf fremde Menschen zuzugehen, aber ich arbeite daran. Genau das will ich machen. Deine Art und Weise ispiriert mich zutiefst und ich freue mich immer wieder von dir zu lesen. Zuerst die kleinen Kreise und dann immer mehr ausweiten 😉 Ja, das könnte klappen 😀
      Liebe Grüße
      Sabrina

      Gefällt 1 Person

      1. Ja, genau im Kleinen anfangen. Einfach immer das tun, was gerade möglich ist und dann verändern wir die Welt. Und irgendwann zwischen ganz klein und riesig groß überschneidet sich unser aller Wirken und wird dadurch so dermaßen potenziert – dann sind wir mit unserer Traumwelt nicht mehr aufzuhalten 🙂
        Schön zu wissen, das Du und so viele andere mit träumen – und dem Traum eine Chance geben 🙂

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s