Traurige Wahrheit oder schöne Einbildung

von moteens:https://moteens.wordpress.com/2016/07/24/traurige-wahrheit-oder-schoene-einbildung-aufruf-zum-gedankentausch/?blogsub=confirmed#blog_subscription-3Heute habe ich über Ralf Hauser von dieser tiefgründigen Blogparade erfahren. Im Thema geht es darum, ob wir die Augen verschließen sollen oder doch offen mit der Welt umgehen, wir doch lieber die Wahrheit verdrehen, um sie besser zu ertragen oder ganz ausblenden. Es ist sehr vielseitig, was man da schreiben kann.

Traurige Wahrheit

Sachlich gesehen: Ob etwas wahr oder falsch ist, empfinden wir in aller erster Linie subjektiv. Durch die Gesellschaft haben wir auch objektive Wahrheiten kennen gelernt, die irgendwann einmal subjektiv angefangen haben, um für allgemein richtig anerkannt zu werden. Kann eine Wahrheit traurig sein? Sind es nicht unsere Empfindungen und unser Verstand, die bewerten? Eine Wahrheit ist im Grunde genommen wertfrei, bis wir sie subjektiv bewerten. Große Dinge spiegeln sich im kleinen wider und umgekehrt. Durch die Globalisierung empfinden wir die Welt nicht mehr so groß, wie sie in Wirklichkeit ist. Wir werden zeitnah von den Katastrophen in der Welt, nah oder fern, durch die Medien informiert. Der Verstand kann auch etwas, dass objektiv richtig ist, als falsch empfinden, wenn wir durch Erfahrungen etwas anderes gelernt haben. Jeder Mensch geht mit den Informationen anders um. Oft werden persönliche Erinnerungen mit den Geschehnissen verbunden, wodurch wir eine Bindung aufbauen.

Meiner Meinung nach ist die Wahrheit subjektiv, mit Erfahrungen, Erinnerungen, Gefühlen und Emotionen verbunden. In aller erster Linie beeinflussen mich Dinge, Umstände und Situationen in meiner unmittelbaren Umgebung. Ich kann durch Literatur und Informationen Fremderfahrungen annehmen. So ist es auch mit den Medien. Aber ob etwas wahr oder falsch ist, hängt von der persönlichen und gesellschaftlichen Moral ab. Tiere werden abgeschlachtet und die Menschen empfinden das als normal und wir sind empört, traurig und über diese lebensunwürdige Art, wie sie ihr Leben verlieren. Ich esse auch Fleisch, versuche es aber zu reduzieren, weil ich damit absolut nicht einverstanden bin. Traurige Wahrheit….Als ich eine schwere depressive Phase hatte konnte ich keine Nachrichten sehen, weil ich den Weltenschmerz auf meine Schultern lud. Ich habe das perfekte Lied dafür, was ich damit meine:

Schöne Einbildung

Ich habe es einige Zeit versucht, die Welt auszublenden. Aber sie war trotzdem da. Wir sind zufrieden, wenn wir unser Essen kaufen können, unsere Rechnung bezahlen, ein bisschen spielen, unser Geld bekommen, vielleicht auch eine Familie gründen, aber glücklich sein ist eine Kunst, die viele schon aufgegeben haben. Wir haben die Hoffnung aufgegeben, dass die Welt uns so akzeptiert, wie wir wirklich sind. Masken, Fassaden, das ist die schöne Einbildung. Wir reden uns die Dinge schön, anstatt, die Schönheit vor unseren Augen anzuerkennen. Wir nehmen viel zu viel als selbstverständlich, bis es uns genommen wird. Sicherheit. Wir reden uns ein, dass alles gut ist, anstatt die Dinge zu ändern, die wir ändern wollen. Dazu gehört aber auch das zu akzeptieren, was nicht zu ändern ist. Eine Zeit lang ist die Schönredung auch ein Selbstschutz, aber eben nur eine begrenzte Zeit. Es sollte nicht zur Einstellung werden, nicht zur Selbstlüge, zur Illusion. Wenn ich wirklich all meinen Gedanken freien Lauf lassen würde, wenn ich diesen Weltenschmerz aufsauge, meinen Schmerz, das kann ein Mensch nicht ertragen, das zerstört. Ein Pfad der Selbstzerstörung, weil wie soll man das verstehen? Ich habe keine Angst vor meinem letzten Tag, nur davor, was bis dahin passiert. Vergänglichkeit steckt in allen Dingen. Schöne Einbildung ist eine Art von Angst.

Wenn es wirklich dazu kommen sollte, dass eine fremde Spezies aus dem All zu uns kommt und mich fragt, warum sie uns am Leben lassen sollten, wäre meine Antwort: Wir sind keine Engel, wir sind keine Dämonen. Wir sind Menschen mit Gefühlen, Emotionen, Verstand, Herz, Bauchgefühl, einer Seele. Das Dunkel und das Licht sind gleichermaßen ein Teil von uns. Wir haben einen freien Willen. Aber von all den schlechten und guten Dingen hier auf der Erde ist die Liebe unsere höchste Wahrheit.

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16 Kommentare zu „Traurige Wahrheit oder schöne Einbildung

  1. Ich finde es toll, dass du auf den GedankenTausch aufmerksam geworden bist und mitgemacht hast! Dein Text ist echt toll, hat mich gerade etwas nachdenklich gestimmt. Besonders gut empfinde ich die Differenzierung von der objektiven und subjektiven Wahrheit. Und der Schluss deinen Textes hat einen nochmal richtig aufhorchen lassen und zugleich den Beitrag schön abgerundet. Die Antwort, die du dem Außerirdischen geben würdest, ist echt genial und entspricht meiner Meinung nach absolut der Wahrheit!

    Liebe Grüße,
    moteens

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    1. Danke moteens,
      es freut mich riesig, dass es dir gefällt 😀 Ich werde auf jedenfall ein Auge auf deinen Blog werfen.
      Das machst du ganz toll. Nochmal vielen herzlichen Dank für diese Inspiration!
      Liebe Grüße
      Sabrina

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      1. Danke dir, da fühle ich mich jetzt echt geschmeichelt. Gerade habe ich mir mal deine anderen Beiträge angeschaut und muss echt sagen, dass ich es toll finde, dass du mit dem Bloggen angefangen hast. Deine Art zu schreiben finde ich toll und deine Themen sprechen mich an.

        Liebe Grüße,
        moteens

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      2. Das gibt meinen Schreiben ein Sinn 🙂 Vielen Dank. Ob du es glaubst oder nicht, es ha 6 Jahre gedauert, bis ich diesen Blog geschafft habe. Mitte des Monats habe ich nochmal komplett neu angefangen und endlich mein Ding gefunden 😀 Und wenn ich auch so Blogs wie deinen lese, macht es umso mehr Spaß 😉
        Herzliche Grüße
        Sabrina

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      3. 6 Jahre – das ist echt eine lange Zeit :O Umso toller, dass er jetzt online ist. Ich arbeite auch ständig an meinem Blog, es gibt immer mal wieder Veränderungen vom Design her. So ein Blog entwickelt sich ja auch, man selbst entwickelt sich. Und man kann immer noch etwas verbessern.
        Ich freue mich über dich, als eine neue Leserin und (für mich zumindest) neue Bloggerin, deren Beiträge ich lese.
        Ich wünsche dir noch einen schönen Tag!
        moteens

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      4. Noch kleine Hintergrund Info: Ich habe vorher schon einige Blogs geschrieben, aber die sind irgendwie nie was geworden. das ist jetzt mein 6. Blog, die anderen habe ich alle gelöscht….und dito 😉
        Sabrina

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      5. Es hat mich nie auf Dauer ergriffen. Mal habe ich ein Autorentagebuch geschrieben, was auf jedenfall interessant war. Dann habe ich einen Blog gehabt, wo alle möglichen Themen reinkamen, ich aber nie meinen Schreibstil gefunden habe. Am Anfang hatte ich einen Blog über meine Gedanken gehabt. Dann ein Pilgerblog, ein Blog über die Welt hinter der Welt, aber ich musste immer einen Spagat machen, habe wenige Besucher gehabt und so wurde ich demotiviert. Aber dieser Blog ist ein Mix aus alledem. Nun mache ich keinen Spagat mehr, ich habe viel zu sehr darauf geachtet, was andere denken könnten, anstatt mir treu zu sein. Ja und nun DAS hier 😀

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  2. Sehr interessanter Artikel! Ich denke auch, dass die Flucht in die schöne Einbildung nur zeitweise funktionieren kann. Und man sollte nie den Blick für das Schöne verlieren, das vor einem liegt. Das Weltbild, das die Medien transportieren, ist sofern man nur Schlagzeilen und Hauptartikel liest, verzerrt-negativ, dabei gibt es noch so viel mehr als das, was auf Seite eins der Zeitungen steht …

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    1. Worüber ich froh bin, ist, dass positive Schlagzeilen immer mehr Beachtung finden. Vor ein paar Jahren war es ja noch anders herum. Die Balance ist das Ausschlaggebende, seine Pflichten wahrnehmen und das Schöne trotzdem im Blick halten 😀 Extreme sind kein Gleichgewicht. Negatives ist leider noch immernoch unser Antrieb, aus den Alpträumen zu entfliehen. Aber ich denke, dass es im Wandel ist. Das finde ich toll 😀 Leid ist eine Entscheidung, wie Bhudda schon sagte…
      Liebe Grüße
      Bienchen

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