Zwei Seiten einer Münze

Prompts Daily Challenge von WordPress

Interview mit Sabrina, den 01.08.2016

Thema: Zwei Seiten einer Münze


Wähle ein strittiges Thema, dass derzeit in den Nachrichten diskutiert wird. Schreibe einen zweiteiligen
Post, in dem du auf zwei Sichtweisen Bezug nimmst und nähere dich dem
Thema von beiden Seiten. Bonuspunkte für ein kreatives Format
(Diskussion am runden Tisch, Debatte Transkript, etc.).


Ich gehe in einen Park und stelle mich auf einen Stein. Unter vielen Studenten in der Mittagspause fange ich an, mit meinen Kommilitonen zu diskutieren:

„Was mir gerade so in den Kopf kommt…Integration ist in den letzten Jahren ein großes Thema geworden. Gerade jetzt, mit der Flüchtlingskrise und der Vergreisung der Gesellschaft, der Kinderarmut und Jugendarbeitslosigkeit wird es umso wichtiger.“ Ich halte inne und warte auf die Reaktionen. Einer dreht sich um. „Ich studiere Theologie und ich finde, der Glaube rückt wieder in den Mittelpunkt der Menschen. Wir brauchen den Glauben an etwas Gutes, an jemanden, der uns beschützt und dass wir nicht alleine sind. In der Bibel sind so viele Gleichnisse, die wir noch heute anwenden können. Die Nächstenliebe, der Zusammenhalt, das ist das, was zählt.“ Schnaubend platzt ein anderer Student rein: „Wo ist Gott, wenn die Menschen verhungern? Wenn sie nichts mehr haben als ihren Glauben? Warum töten Menschen im Namen ihres Herrn?“ Der Theologie-Student wendet ein: „Gott will nicht, dass wir glücklich sind. Er will das wir stark sind. Wir sind für unsere Entscheidungen selbst verantwortlich. Wir haben einen freien Willen. Liebe ist nicht immer nur schön. Wir werden Umständen ausgesetzt, aber wir müssen nicht damit einverstanden sein oder gar leben. Wir können etwas bewirken. Wir sind alle Kinder und haben eine Aufgabe auf der Erde! Es mag zwar andere Namen für die Religionen geben, aber dennoch glauben wir alle an eine höhere Existenz. Jede Religion hat seine Fundamentalisten. Und überall gibt es Gewalt. „

„Und was ist mit der Politik?“, prustet ein erzürnter Student. „Wir leben in einer Gesellschaft, wo wir nicht auf der Straße leben müssen. Wo wir von einem sozialen Netzwerk aufgefangen werden. Wo muss man da glauben?“ Der gläubige Student neigt seinen Kopf demütig: „Aber was ist mit den Familien, die trotz Job nicht für ihre Familie da sein können? Am Existenzminimum rumeiern? Den Alten, die in Altersheimen vor sich hinvegitieren müssen. Mit den arbeitslosen Jugendlichen, die keine Perspektive haben? Mit den Flüchtlingen, denen man die Schuld für alles Mögliche aufbürdet?“ Der wütende Student sagt nichts und schaut beschähmt seine Füße an. „Wir integrieren physisch und psychisch behinderte Menschen in Werkstätten. Ganze Organisationsverbände unterstützen soziale Schwache mit Herz. Der Glaube ist nicht aus Stein. Wir brauchen Menschlichkeit. Wir sind keine Zahlen auf ein Stück Papier. Jeder Mensch ist wichtig. Viele Menschen auf der Welt haben nichts als ihren Glauben. Den Glauben an eine bessere Welt. Den Glauben auf Hoffnung. Den Glauben in den Menschen, der ihnen am Nächsten ist. Denn manchmal ist das alles was bleibt. Jeder Mensch kann etwas bewegen. In seinem Leben, im Leben des Nächsten. Wir sollen unser Licht in die Welt integrieren und unser bestes geben mit dem, was uns geschenkt wurde. Jetzt benutze Worte aus deinem Wortschatz für dein Verständnis. Der Glaube hat nicht zwangsläufig etwas mit Religion zu tun. Religion ist ein Mittel, ein Gerüst, auf dem wir uns einlassen. Im Grunde unseres Herzens sind wir alle Menschen, die an etwas glauben wollen, um die Ungerechtigkeit zu ertragen.“

Ich schaue schweigend zu und nicke…. 20 Studenten sitzen schweigend um uns herum.

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