Kurzgeschichten schreiben für Anfänger

Die Menschen haben schon immer Geschichten erzählt. „Spinnen kann jeder“ hat eine ganz neue Bedeutung, wenn man bedenkt, dass früher am Spinnrad beim Garn Drehen die schönsten Erzählungen im Abendrot entstanden sind. Ein wenig Phantasie und eigene Erfahrungen und schon fängt die Geschichte an. Selbst jene, die von sich behaupten, nichts erzählen zu können, finden in ihrer Umgebung zahlreiche Eindrücke zur Inspiration. Nicht nur für Kinder ist es am schönsten, abends eine Gute-Nacht-Geschichte vor dem Einschlafen zu hören. Auch Erwachsene schätzen ein paar Minuten Urlaub und Ruhe von der Realität.

Nützliche Hilfmittel für Schreiberlinge

Ideen sind scheue Wesen und entkommen schnell wieder. Deshalb sollte man sich ein Notizbuch holen, um darin alle Eindrücke aufzuschreiben. Ein paar Schnipsel oder ganze Szenen kann man dort ortsunabhängig notieren. Man muss nicht unbedingt am Anfang einer Geschichte anfangen. Manchmal kommt einem eine Szene in den Kopf, die bereits im Haupteil oder am Schluss der Handlung steht. Heutezutage kann man diese Schnipsel auch in seinen PC tippen. Wenn man diesen aber nicht immer zur Hand hat, ist ein Notizbuch sinnvoller.

Der Start in die Kurzgeschichte

Als Autor sollte man sich Gedanken darüber machen, worüber und warum man schreibt. Sind es eigene Erfahrungen? Möchte man etwas auf dem Papier verarbeiten? Mit welchem Thema befasst man sich? Welche Schlussfolgerungen soll der Leser aus der Geschichte ziehen? Was kann er daraus lernen? Jede Geschichte hat einen Hauptcharakter, den Protagonisten. Auf ihn ist die ganze Aufmerksamkeit während der Geschichte gerichtet. Nebenfiguren beleben die Geschichte. Jede Geschichte hat einen Anfang, einen Hauptteil und einen Schluss. Man sollte sich an einen roten Faden halten. Der Leser möchte die Zusammenhänge verstehen, ansonsten verliert er schnell die Lust am Lesen. Die Perspektive sollte durchgehend im Text beibehalten werden. Dennoch ist es wichtig, den Leser aufzuklären, welchen Hintergrund die Ereignisse haben. Der Stil findet den Schreiber, sagt man. Trotzdem ist viel Übung erforderlich. Bei den Übungen kann man von Anfang an auf die Form achten.

Die Charaktere der Kurzgeschichte

Die Figuren zu charakterisieren ist für viele Schreibanfänger schwierig. Wollen die Autoren, dass man sich an die Figuren erinnert, dann gibt man ihnen einzigartige Eigenschaften. Zum Beispiel kann man sich besser an die Gangsterbraut erinnern, die Gedichte in der Öffentlichkeit singt, als an die Telefonistin, die nur die Anrufe entgegennimmt. Man kann Personen nicht nur mit Adjektiven beschreiben. Handlungen der Figuren sind meistens aussagekräftiger. Die Beschreibung der Gefühle lässt den Leser in den Kopf der Charakter schauen. So kann man den Satz „Ihr ist kalt“ umformulieren in „Sie zitterte am ganzen Leib und ihre Haut färbte sich langsam bläulich“.

Formale Charakteristika der Kurzgeschichte

Absätze erleichtern dem Leser, die Struktur des Textes zu erfassen. Bei jedem neuen Thema macht man einen Absatz. Man sollte Worte nicht zu oft wiederholen, um den Rhythmus des Textes harmonisch zu halten. Ebenso sollte man seinen Stil innerhalb der Geschichte nicht wechseln, genauso wie die Perspektive. Der Zusammenhang des Inhalts sollte klar verständlich sein, was auch dazu führt, dass man einiges recherchieren muss. Auch Phantasiegeschichten sollten einigermaßen logisch erscheinen, auch wenn sie nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Es gibt zudem den direkten Dialog ohne Erzählertext, den Dialog mit Erzählertext („…“, sagte sie mit verträumten Blick) und die Beschreibung mit ganzen Nachsätzen. Vor dem Posten gründlich auf Rechtschreibfehler und Absätze checken!

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2 Kommentare zu „Kurzgeschichten schreiben für Anfänger

  1. Hallöchen,
    Ich gehöre auch zu den Menschen, die ab und an kurze Geschichten schreiben. In einigen Punkten stimme ich dir zu. Wie zum Beispiel bei der Logik (wobei man da auch seine eigene erschaffen kann) und vor allem der Form.

    Was ich nie ums Verrecken festsetzen würde, ist die Perspektive. Ich persönlich finde es manchmal sogar sehr sinnvoll und belebend, wenn sie wechselt. Zum Beispiel wenn zwei Personen fast ‚gleich berechtig‘ in der Geschichte sind. Man kann so gut die Gedanken von beiden ins Spiel bringen.
    Generell finde ich, dass viele Faktoren total davon abhängig sind, wie man selbst schreibt und wie die Situationen sind 🙂

    Ein schöner Beitrag von dir, der Anregungen schafft.

    Gefällt 1 Person

    1. Dank dir 😀 Mehr wollte ich auch nicht 😉 Ich bin ja kein Experte, sondern noch Lehrling 😀 Deine Gedanken dazu sind aber auch sehr erfrischend! Vielen Dank.
      Liebe Grüß
      Sabrina

      Gefällt mir

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