The Blame Game – die Schuldfrage

Prompts Daily Challenge

Mindset

Interview mit Sabrina, den 24.01.2017

Thema: The Blame Game – die Schuldfrage

Angst ist nicht die Lösung! Dein klitzekleines aufgeblasenes Ego sucht nach der Schuld bei Anderen. Warum willst du das nicht mehr?


Leid ist so lange möglich, wie es nötig ist. Einst sagte das Dalai Lama. Darin liegt eine Tiefe, die so unvorstellbar in die Psyche des Menschen geht, dass es für den Verstand kaum greifbar ist. Einfach ausgedrückt brauchen wir das Leiden. Wir brauchen die Entscheidung für den Schmerz, bis wir begreifen, dass es nicht mehr notwendig ist und wir gelernt haben, was es uns lehren will. So ist es auch mit der Schuld. Wir beschuldigen alle Anderen, projizieren unseren Schmerz auf andere, bis wir herausfinden, dass es gar nicht mehr um Schuld geht, sondern um unseren Verlust. Verlust der Selbstverantwortung, des Selbstvertrauens, dass wir Dinge zugelassen haben, ES zugelassen haben, die Kontrolle abzugeben. Wir denken es zugelassen zu haben, dass andere uns verletzen können. Denn jeder Mensch geht mit einer Situation anders um. Wir entscheiden uns, uns selbst psychisch zu verletzen. Kein anderer kann das. Wir brechen uns selbst.

Solange die Angst und das Ego in uns herrscht, wird es immer eine Schuldfrage geben. Wir werden immer im außen suchen. Aber wenn wir dies zu lange machen, wird die Angst noch größer vor uns selbst. Es wird gefordert, all die Kraft und Energie wieder zurückzunehmen, die wir nach außen verlagert haben. Das kann überfordert und überwältigend sein, dieser eine Moment des Erkennens. Dann ist es ein innerer Prozess, wo wir immer wieder Gefahr laufen in die Schuldfrage zu fallen. Es ist leichter und einfacher die Schuld zu suchen, eine Illusion aufzubauen. Obwohl dies viel mehr Kraft kostet, ein Lügengebilde zu konstruieren, fällt es uns doch ungewöhnlich leicht. Die wahre Stärke liegt darin, seine eigene Projektion zu erkennen und anzunehmen. Gibt es überhaupt eine Schuldfrage? Ich glaube es hebt sich auf, denn jeder hat seinen Anteil daran und wir schulden dadurch keinem irgendetwas. Schuld- und schuldenfrei in psychischer Weise. Das war extrem schmerzhaft und befreiend zugleich, als ich mein erstes Aha-Erlebnis hatte. Dieses Schuldspiel ist ein Gefängnis und schürt negative Gefühle, die uns beherrschen und sich ins Innere fressen.

Diese Schuldfrage gilt für jeden von uns. Als ich die äußere Schuldfrage erkannte, nahm ich die ganze Schuld auf mich. Das andere Extrem… All die Zeit sah ich nicht meinen Anteil daran und hatte danach Jahre der tiefen Depression, weil ich dachte, ich könnte meine Schuld nur doch Selbstpeinigung begleichen. Ich wollte Buße tun, ja dafür büßen. Aber irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich den Ausgleich sah, dass es nicht um Schuld ging. Es waren Projektionen, Illusionen, Lügen, die nach Vergebung und Akzeptanz suchten. Der Schatten eines Menschen sind oft Dinge, die wir an uns selbst ablehnen, die wir nicht getan haben, obwohl wir es wollten und unterdrückte Gefühle und Wünsche, wenn man das so flach zusammenfassen kann. Das, was die Welt uns zu verweigern scheint, verweigern wir der Welt. Das ist meine momentane Einsicht, einen Teil davon.

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