Das Nichtraucher-Experiment

Prompts Daily Challenge

Mindset

Interview mit Sabrina, den 25.01.2017

Thema: Das Nichtraucher-Experiment

Du bist Raucher. Berichte uns von deinem Experiment.


Heute starte ich mein Nichtraucher-Experiment. Da ist jetzt fast 20 Jahre rauche (am 10. April 2017 wären es 20 Jahre), fällt es mir schwer, damit aufzuhören. Obwohl es mich aufregt, blockiert, mir nicht gut tut und mir gesundheitlich schadet, was ich bereits seit einiger Zeit merke, greife ich immer wieder zum Glimmstängel. Also mag das Aufhören wohl überlegt sein. Meine Notizen möchte ich hier nicht ausbreiten, aber die wichtigsten zusammenfassen, um mich damit bewusst auseinander zu setzen. Es ist eine körperliche und geistige Angelegenheit. Das habe ich immer bis jetzt gesagt und  es bis jetzt nur einmal geschafft, für 6 Wochen aufzuhören. Das ist jetzt schon 4 Jahre her.

Vorgestern, um 16 Uhr, habe ich die letzte Zigarette geraucht. Ich war wegen irgendeiner Sache so sauer, ich weiß nicht mehr warum, und auf einmal haben mich die Zigaretten nicht mehr gestört, noch gereizt. Ich hatte mich seit ein paar Tagen intensiv mit dem Stop Smoking Thema auseinander gesetzt und auf einmal war die Zigarette in meinem Kopf einfach weg. Heute wundere ich mich immer noch und überlege sogar, was ich mit der neu gewonnenen Zeit und Lebensqualität anstellen kann. Wie soll ich mich jetzt nennen: Ex-Smoke-o-holic? Unter anderem habe ich meinen Hunger weggeraucht, meine Gefühle weggeraucht und auch meine Aggressivität habe ich weggeraucht.

Ich habe mit dem Rauchen angefangen, als eine geliebte Person in meiner Jugend auf einmal dem Tod so nahe war, dass ich durch das Rauchen, meine Gefühle töten und diesem Geruch haben wollte. Es sind noch viele andere Gründe für das Rauchen dazu gekommen: Wenn ich nicht schlafen kann, wenn ich fertig mit dem Essen bin, wenn ich aufstehe, wenn ich gerade geschlafen habe, wenn ich unruhig bin, wenn ich nervös bin, wenn ich sauer bin, wenn ich traurig bin, in Gesellschaft, bei Alkohol, bei Kaffee, bei Tee (ich kann nicht trocken rauchen hihi), wenn mich irgendwas ankotzt, wenn ich keine Lust auf essen habe, weil es nach Seife schmeckt, wenn ich krank bin und und und….

Wenn ich glücklich bin, rauche ich nicht. Wenn ich genieße, rauche ich nicht. Wenn ich laufe, wandere, jogge, Sport mache, meditiere, während des Essen, da rauche ich nicht. Wenn ich die Zeit vergesse, es mir gut geht und ich mir gut tue, dann rauche ich nicht. Aber wenn ich mir selbst zuviel bin, da kommt der Drang, mich zu betäuben. Eine wichtige Sache für mich ist, dass ich lerne, mich anzunehmen, mit allem Guten und negativen, meiner ganzen Gefühls- und Gedankensuppe und lerne, damit umzugehen. Ich bin selbstzerstörerisch, wenn ich depressiv bin. Eine der Gründe, warum ich rauche, ist, dass es ein langsamer Selbstmord ist. Diese Gedanke war bis jetzt notwendig, weil das Leid nötig war. Aber jetzt, jetzt brauche ich es nicht mehr. Das war wie bei Gollum:

WEG, WEG, WEG! Sabrina ist endlich FREI!

~~~

Mein Experiment besteht darin, wie es sich auf meine Depression auswirkt. Rauchen fördert bekanntlich Depressionen und Krankheiten allgemein. Deswegen macht es mich unglaublich neugierig, welche Auswirkung das Aufhören auf mich hat. Die ersten 24 Stunden waren für mich unproblematisch. Ich dachte nur daran: „Ach jetzt hätte ich eine geraucht.“ Aber ich habe keinen Drang verspürt. Generell sind die Gefühle und Gedanken mehr ins Bewusstsein gekommen. Ich war gereizt und sehr müde. Nach drei Tagen ist der Nikotinspiegel im Blut auf Null. Dann habe ich die erste Hürde geschafft. Da das Rauchen dafür gesorgt hat, mich zu betäuben, durchlebe ich viele Dinge jetzt intensiver und komme damit nicht wirklich klar. Das ist eine Kopfsache, ja, aber daran bin ich in der Vergangenheit gescheitert. Jetzt habe ich eine Grundstabilität, zumindest eine kleine Basis, die ich aufbaue mit Selbstvertrauen.

Warum ich mit dem Rauchen aufhöre? Da habe ich viele Gründe.

1. Ich habe es meinem Sohn versprochen, damit aufzuhören.

2.  Seit einem Jahr habe ich Raucherhusten.

3. Ich möchte ohne zu leiden, joggen, pilgern und wandern können.

4. Ich arbeite an meinen Orangenen Gürtel bei Kung Fu und es war für mich ein Kriterium, mit dem Rauchen aufzuhören, um weiterzumachen.

5. Ich habe es meinem Meister versprochen.

6. Ich verbinde das Rauchen mit meiner Depression, mit Selbstversklavung und Unfreiheit.

7. Der Teer, der in der Wohnung an den Wänden und Oberflächen hängt, ist superwiderlich und eklig und ich hasse es.

8. Diese Schwere auf der Brust ist nervig.

9. Die Zigarette versklavt mich, bestimmt meine Zeiteinteilung und vieles mehr und das will ich nicht mehr.

10. Ich freue mich darauf, endlich wieder mehr Geschmack, mehr Luft und mehr von meinen Sinnen allgemein zu haben.

Natürlich möchte ich auch damit was für meine Gesundheit tun. Wenn ich höre, wie die Leute davon krank werden, die ich kenne und gekannt habe: COPD, PAVK, KREBS, SCHLECHTE ZÄHNE, da wird mir schlecht. Ich habe seit meiner Kindheit das Renaud-Syndrom. Wenn es kalt wir, dauert es eine Minute und meine Hände und Füße sind Violet-blau und je kälter es ist, desto weniger kann ich meine Hände bewegen. Ich habe immer kalte Hände und Füße, auch im Sommer. Also, Ende des Monats werde ich einen ehrlich offenes Statement in meinem Rückblick schreiben. Bis jetzt läufts super 😉

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3 Kommentare zu „Das Nichtraucher-Experiment

  1. Liebe Sabrina, finde ich klasse! Ich wünsche dir Durchhaltevermögen und mentale Stärke!

    Seltsam als ich gerade deinen Beitrag gelesen habe. Es hat sich so fern und absolut fremd angefühlt obwohl ich 18 Jahre krass geraucht habe – ich meine ne Schachtel am Tag, 2 mit Weggehen und Alkohol- Suchtkrüppel krass 🙂 Ich hatte nie versucht aufzuhören, bis der Tag kam, an dem ich innerlich damit irgendwie abgeschlossen habe und mir keine Kippen mehr geholt habe. Am nächsten Morgen war es aus. Einfach so. Ohne seitdem je wieder einen Gedanken daran zu verschwenden. Absolut natürlich ohne Entzugserscheinungen und nichts. Obwohl Menschen um mich herum weitergeraucht haben, es immer noch tun ist es für mich so, wie wenn ich nie je eine Kippe angerüht hätte… Das ist jetzt schon über 2,5 Jahre her und es fühlt sich an wie wenn mich das ganze überhaupt nicht betrifft und es jetzt auch total seltsam und unnatürlich wäre, wenn ich jetzt eine rauchen würde… echt seltsam.

    LG, Feraye

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Feraye!
      Danke für deinen Kommentar 😀 Mir geht es ähnlich wie dir. Es war einfach zu Ende. Wie Eigenhypnose und aus dem Leben gestrichen. Aber wie geschrieben, jedes Leid ist so lange möglich, wie es nötig ist. Danke für deine Unterstützung! Das freut mich sehr. Es ist schön zu wissen, dass man nicht alleine ist 😉
      Beste Grüße
      Sabrina

      Gefällt mir

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