Meine Möglichkeit zu helfen

Prompts Daily Challenge

Helfen

Interview mit Sabrina, den 05.02.2017

Thema: Meine Möglichkeit zu helfen

Jeder hat eine bestimmte Sache, wo er auf eine einzigartige Weise anderen Menschen helfen kann. Was ist deine?


Eine spezielle Sache, wo ich anderen helfen kann, ist bei Depression. Ich habe knapp 20 Jahre Erfahrung damit und lebe immer noch 😀 Das klingt jetzt lustig, aber ist toternst gemeint. Depression kann lebensgefährlich sein. Ich meine nicht nur dieses bisschen Niedergeschlagenheit und das bisschen Rumgeheule. Das ist nervig und bei mir fast Dauergast gewesen, weshalb ich daran gewöhnt war und so geht es vielen Menschen. Menschen mit Depressionen führen ein geheimes Doppelleben und kein anderer kann es je bis ins Detail nachvollziehen, außer er hat es selbst erlebt. Ja, manche finden es bestimmt zum Lachen, aber wenn man selbst da drin steckt, ist es dein persönliches Höllenfeuer. Es ist schlimm, ängstlich und panisch gegenüber der Zukunft zu sein, auch schlimm depressiv und illusioniert in der Vergangenheit zu stecken, aber beides ist die Eigenkreation eines Schauspiel des eigenen Hölleninferno.

Depression kann als alleinige Krankheit oder als Begleiterscheinung auftreten. Es gibt verschiedene Gründe für Depressionen. In erster Hinsicht schreibe ich über meine Erfahrungen, wo ich nicht weiträumig recherchieren muss. Die anderen Formen von Depression werde ich sicherlich auch behandeln, aber alles zu seiner Zeit. Da ich keine Ärztin bin, sind es nur persönliche Empfehlungen und keine Diagnose oder fachkundige Meinung. Aber über eine solch lange Zeit habe ich mich damit intensiv beschäftigt und im Eigenstudium mit dem Thema und allem, was dazu gehört viel gelernt. Dieses Schreiben ist auch eine Art Eigentherapie für mich und hierzu führe ich auch handgeschriebene Tagebücher. Was zu meinen Erfahrungssprektrum gehört, werde ich jetzt nicht sofort preisgeben, denn ich arbeite immer noch daran und möchte den Teufel nicht an die Wand malen . Aber HALLElUjIAH!!!! Mir geht es im Moment gut!

Für mich war und ist die Depression eine Lebensaufgabe. Sie hatte ihren Grund und als ich dahinter kann und an den Ursachen, anstatt nur an den Symptomen zu arbeiten, ging bergauf. Die Depression beherrscht jetzt nicht mehr mein Leben und ist nicht mehr allgegenwärtig. Ich brauche sie nicht mehr, aber damit sie nicht mehr zurück kommt, arbeite ich täglich daran, mich zu verbessern und zu stabilisieren. Es könnte jederzeit wieder kommen, wenn ich mich hängen lasse. Deswegen ist ein Kampf, ein guter Kampf, jeden Tag der Woche im Monat übers Jahr. Es sind Ängste, unterdrückte und verdrängte Erinnerungen, Erfahrungen, Gefühle und Emotionen, Wünsche und Ziele, unerledigte, nicht abgeschlossene Dinge, die einen heimsuchen. Schuldgefühle, Selbstzerstörungsdrang, Minderwertigkeit, der Schmerz der Welt auf den Schultern, Überemotionalität, Überempfindlichkeit und Übersensibilität. Ob es körperliche Ursachen oder psychische Ursachen hat, ist eigentlich irrelevant, da der Körper und der Geist in Wechselwirkung stehen.

Mein Blogbuch-Projekt für 2017

Ich arbeite gerade an einem „Ratgeber- & Arbeits-Blogbuch“ in Eigenregie. Natürlich soll man sich fachkundige Hilfe holen, aber ganz ehrlich, sie können einen unterstützen, was enorm wichtig ist, keine Frage und das sollte man auch annehmen, denn wirklich kaum einer schafft es alleine da heraus, aus diesem Sumpf, aber die eigentliche Heilarbeit macht jeder selbst. Es ist wie als ob du in einem tiefen Erdloch steckt und die Wände schlammig sind, sodass du immer abrutschst, wenn du hochklettert und die fachkundige Hilfe ist dein Hilfsmittel Seil. Deswegen recherchieren und lesen Betroffene sehr viel über Depression und werden ebenfalls kleine Profis. Was für mich auch wichtig war, war die Erfahrung in der Selbsthilfegruppe. Denn geteilte Erfahrungen sind unbezahlbar. Meistens hat man das Gefühl, völlig allein gelassen zu sein. Der Kampf gegen Depressionen ist ein großes Projekt aus vielen kleineren Teilprojekten. Da jede Depression individuell ist, ist auch jedes Projekt einzigartig.

Was ich mir von dem Buch verspreche, ist, dass Betroffene einige hilfreiche Gedankenanstupser bekommen oder neue Techniken kennenlernen. Manchmal ist die Inspiration alleine schon ausreichend, um in die richtige Richtung geschupst zu werden. Ich habe auch einige Techniken selbst durch Erfahrungen entwickelt und ein paar Altbewährte übernommen oder ein bisschen abgewandelt. Es ist mir wichtig, die Grenzen etwas zu lockern und Offenheit zu praktizieren. Einschränkungen oder genaue Anweisungen sind Orientierungshilfen, auf jeden Fall, aber es sollte doch die Möglichkeit bestehen, es zu individualisieren. Ich mag keine eingemeißelten Mauern oder Einengungen und das gestehe ich auch jedem anderen zu. Manche brauchen genaue Anleitungen, manche eher Freiraum.

Dieses Blogbuch-Projekt ist meine ehrenamtliche Tätigkeit zu meinem Happiness-Projekt. Zu meinem Jubiläum, dass ich die Depression 20 Jahre überlebt habe, nenne ich das Projekt:

20 Wege aus der Depression

Und so möchte ich anderen helfen. Da es das Lutherjahr ist und 500 jähriges Reformationsjubiläum möchte ich noch ein passendes Zitat von Luther hinzufügen:

Ich kann nicht außer mir selbst tun!

 

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