Rückblick Februar 2017

Beim Aufräumen sind mir viele Erinnerungen und Dinge vor die Füße und in die Hände gefallen, mit dem ich zuerst gar nicht klar gekommen bin. Es ist schwieriger als ich erwartet habe. Das war wohl der Fehler, die Erwartungshaltung, denn es kommt immer anders als man denkt. Ich hatte auch nicht die Kontinuität oder das stallharte Durchhaltevermögen, was ich gerne gehabt hätte. Ich habe versucht, andere zu kopieren, anstatt meins daraus zu machen. Natürlich kann das nicht klappen. Ich war und bin eine schlechte Kopie. Aber wann hätte ich lernen sollen, was das heißt. Was ist mein Ding? Diese Monats-Challenge „Clean up“, also „Aufräumen“ hat mir einiges klar gemacht. Genauso wie die Challenge im Januar „Calm down / Zur Ruhe kommen“.

So schnell wie ich mir das vorgestellt habe, kann ich gar nicht aufräumen. Das führt nur dazu, dass ich ganze Berge vor mir her schiebe und dazu fehlt mir die Kraft und Zeit. Ich will nicht mehr vor mir wegrennen, nur auf der Flucht sein. Keine Illusion ist so kalt wie die Wahrheit. Was wir glauben zu wissen, ist nur subjektiv. Objektivität ist nur die Summe aller Meinungen und Erfahrungen der Mehrheit. Nur in der Mathematik gibt es ein falsches oder richtiges Ergebnis, obwohl es auch da Auslegungen gibt.

Die Ziele, die ich mir für Februar gesetzt habe, habe ich nur zum Teil erfüllt. Von 28 Tagen habe ich es geschafft, an 20 Tagen Sprachen zu lernen. Die Sports-Challenge habe ich, da ich eine Erkältungszeit hatte, nur zur Hälfte geschafft und musste sogar eine Pause einlegen. Das Ziel mich innerlich und äußerlich aufzuräumen, verlief anders als gedacht. Obwohl ich mir natürlich vorher Gedanken gemacht habe und Vorstellungen davon hatte, war es so tiefgehend, dass es fast unmöglich für mich war, es überhaupt durchzustehen. Mein Ziel war es auch, es als Gewohnheit in mein Leben zu integrieren. Daran werde ich trotzdem arbeiten.

Spuren hinterlasssen

20 Jahre Depression gehen nicht spurlos an einen vorbei und so stabil, wie ich dachte zu sein, bin ich nicht. Aber das ist okay. Es ist meine Herausforderung und hat seinen Sinn. Es braucht enorm viel Zeit, die ich mir erst eingestehen muss. Es ist ein Kampf aus der Depression heraus zu kommen und auf dem Weg zu bleiben. Jeden Tag. Die Rückschläge zerren einen wieder in die Depri zurück und es ist wie aus einem tiefen Loch mit Schlammwänden rausklettern zu wollen. Wenn wir es dann bin oben hingeschafft haben, bleiben wir erst kurz am Rand , um zu verschnaufen, ohne das Risiko zu begreifen, dass wir immer noch in der Gefahrenzone sind.

Dass ich mit dem Rauchen aufgehört habe, war mir nur möglich, weil ich in einer stabilen Phase war. Ich wusste, dass es mich wieder instabil macht, aber das Risiko musste ich eingehen. Und jetzt würde ich am liebsten rauchen und kann es nicht mehr. Ich kann es einfach nicht mehr. Mein Körper wehrt sich vehement dagegen. Es will kein Gift mehr. Ich muss lernen, mit mir zu Recht zu kommen, mit meinen Gefühlen klar zu kommen, mit meinen Gedanken. Ich habe Angst vor der Angst, Angst vor mir und das aufzuräumen, braucht Zeit, Selbstliebe zu lernen, Selbstrespekt, Selbstachtung, Selbstvertrauen und Vertrauen an sich. Mein Vertrauen in die Welt ist zerrüttet. Das ist widersprüchlich, da ich hier ja öffentlich meine Gedanken zur Schau stelle, aber das hat mit etwas anderem zu tun.

Ich möchte durch mein Schreiben mir selbst und anderen helfen. Es ist meine Therapie. Manchmal ist es eine große Hilfe, von anderen zu lesen, vielleicht auch eine kleine Inspiration. Ich lese gerne andere Gedanken. Sie berühren mich, geben mir neue Kraft und Neuorientierung. Ich wage es zu glauben….

Fazit

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass obwohl ich meine Challenge nicht zu 100 % geschafft habe und es anders gekommen ist wie gedacht, hat es mich unglaublich bereichert und mir Klarheit verschafft, auch wenn es mich wieder ein Stück zurück geworfen hat. Glück ist eine Entscheidung, wie wir mit dem Leben umgehen. Das hat es mir auf jeden Fall gezeigt. Es ist egal was wir machen, Hauptsache wir tun überhaupt etwas. Depression verleitet zur Passivität, weil man nur noch in einer selbst erschaffenen Gedankenwelt lebt. Aber ohne diesen Schmerz sinnvoll nachgespürt und erlebt zu haben ,wäre es mir nicht möglich, einiges besser nachzuvollziehen und mich einzufühlen. Es hat mich taktlos und kühl gemacht und überheblich. Dass ich denke, dass alle meinen IQ-Stand haben müssten und es auf meine Art und Weise zu verstehen, dass war meine Arroganz, die ich jetzt erkannt habe. Jeder hat seinen eigenen Horizont, seine eigene Art, Dinge zu verstehen, ihr eigenen Weltbild und das habe ich jetzt akzeptiert. DANKE FEBRUAR!

Innerlich auszuräumen hieß für mich mental, emotional und körperlich und das war einfach zuviel, obwohl es zusammengehört. Da mich da überfordert hat, kam ich auch nicht wirklich zur äußerlichen Aufräumungsaktion. Aber dafür werde ich jetzt die Portionen reduzieren, damit ich es auch verarbeiten und verdauen kann. Ich freue mich schon auf die März-Challenge Sort out / Aussortieren! Das wird interessant. Was ich jetzt auch beim Senieren bemerkt habe: Die Challenges sollten sich aufeinander aufbauen. Das heißt, ich komme zur Ruhe. Mit der Ruhe räume ich auf. Beim Aufräumen sortiere ich in ABCD Kategorien (A Behalten, B Überlegen, ob ich es behalte, C Verschenken, D Ausrangieren/ Wegschmeißen). Schnelldurchlauf funktioniert nicht. Aber Prioritäten setzen. Das ist der März 😀 WILLKOMMEN!

 


Rückblick Januar 2017

Rückblick März 2017 / Recap April 2017 

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