Illusion und Wahheit: Kapitel 2

Dies ist eine Geschichte, wo du entscheiden kannst, was wahr und was Illusion ist.

Prolog

Kapitel 1


Kapitel 2

Mit 13 Jahren hat alles begonnen. Meine Pubertät, meine angebliche Depression, meine Migräne, mein Rauchen, meine Menstruation, meine Eingebungen und meine Träume. Meine Schwester hatte aufgehört mich zu malträtieren, weil wir andere Sorgen hatten, aber dafür nahm das Übel seinen Lauf. Nun bin ich in der 13. Zeitschleife. Einfach so über Nacht. Kein lauter Knall, kein Lied, was im Hintergrund ertönt, nur vollkommene Stille. Das Glück kommt auf leisen Pfoten, schallt es mir im Hinterkopf. Mein ganzes Leben läuft darauf hinaus, diese Zeitschleifen zu beenden und nun fühle ich mich nicht bereit. Ich habe doch alle Erfahrungen angeblich gesammelt, die ich dafür brauche. Ich verstehe das Ganze nicht. Was soll das? Am Ende dieser letzten Schleife wartet der Anfang von allem auf mich. Dass ich es überhaupt bis hierhin geschafft habe, gleicht einem persönlichem Wunder. So oft stand ich schon vor dem Scheitern. Sooft, dass ich fast nicht mehr glauben kann, dass das jetzt die alles entscheidende Runde sein soll.

Du bist sicherlich verwirrt, noch mehr als ich, da du die Hintergründe noch nicht kennst, aber vielleicht ist das im Moment noch besser so, bevor ich dich verschrecke. Du kannst nicht ohne Grund für dich entscheiden, was wahr und was Illusion ist. Vieles wird den Rahmen einfach sprengen. Gefühlt lebe ich einen Film, der bestimmt für jemanden anderen bestimmt sein muss. Viel zu viel Phantasie habe ich auch noch und was wahr und nicht wahr ist, weiß ich schon lange nicht mehr. Aber ich hoffe es herauszufinden. Vielleicht mit dir. Die Menschen, denen wir begegne, sind Schüler oder Lehrer und manchmal beides. Bei den  Indianern heißt es, dass du von deinem Totemtier und deinen Sinn im Leben in der Jugend träumst (das ist wohl auch die 16tel Indianerin in mir). Komischerweise habe ich von drei Tieren mit 13 Jahren geträumt: Dem schwarzen Raben, dem Schneewolf und dem Orkawal. Luft, Land, Wasser. Was eigentlich gar nicht sein dürfte. Nur eines ist die Regel, aber was kann ich dafür! An sowas kann ich mich seltsamerweise genau erinnern. Das scheint wichtig zu sein. Wie ich bis jetzt aber die Landkarte interpretiere, ist dies nicht mein Sinn, sondern mein Lebensweg.

Neben den Karten habe ich auch schon dutzende Anfänge für diese Geschichte geschrieben, die ich zum Teil vor mir liegen habe. An fast alle Anfänge kann ich mich erinnern und in welche Lebensphasen sie gehören, was sie mir bedeuten. Aber nie bin ich über die erste wahre Hürde gekommen. Lass mich dir von meiner ersten Begegnung mit diesem seltsamen Land erzählen: Ich war 16 Jahre jung. Es war in der 10. Klasse und ich wollte mit meiner Mädelsclique irgendetwas neues machen. Wir waren zu dritt und die anderen zwei sprudelten nur so vor Ideen. Ich konnte mich nicht entscheiden und wollte noch einmal eine Nacht darüber schlafen. Es begann im Dämmerschlaf, halb wach noch, aber langsam in den Schlaf gleitet. Ich spürte etwas neben mir am Bett. Das war schon die letzten Tage so gewesen. Das Ding kam jeden Abend aus meinen Wandschrank geschlichen (die Tür war zu, aber morgens stand sie einen Spalt offen, arbeitendes Holz, verstehste ;-P ). Es besaß die Dreistigkeit, mir so nahe zu kommen, dass ich jedes Mal mit einem mächtigen Hieb in die Magengrube zusammenzuckte, weil es fast meine Nasenspitze berührte. Aber an dem Abend war es sehr behutsam mit mir. Es war das erste Mal, dass ich seine Hand oder Pranke oder was das war, auf meiner Stirn spürte und ein leises Schlaf jetzt. Ich muss dir was zeigen. hörte.

Im nächsten Moment fliege ich über eine Landschaft. Ich habe Engelsflügel und ein Lichtwesen hält meine Hand. Sieh sie dir an, flüstert es in meinen Kopf. Sehe genau hin. Hier wirst du noch oft sein. Ich sehe eine ganze Welt zu meinen Füßen. Im Norden und Süden vom festem und im Osten und Westen vom flüssigen Wasser eingeschlossen. Ich sehe 6 Länder, die andersartigen Lebewesen, die Landschaften, Wälder und Berge, Sümpfe, Wüsten und Lava. Eine Stadt in Silber gekleidet und ein Dorf von einer Bergkette eingeschlossen. Selbst in den Wolken ist Leben. Ein mächtiger Schleier trennt das Dorf vom Rest. Ich weiß, dass es nicht die vollständige Welt ist, aber für mich hat es in dem Traum genügt. Es fühlte sich wie geträumte Jahre an, als ich aufwachte. Als ob ein ganzes Lebenszeitalter in dieser einen Nacht stattfand. Ich kenne die anderen Szenen nicht und was noch passiert war, aber es war trotz allem lebensverändernd. Ich war ein anderer Mensch geworden. Über Nacht. So wie jetzt. Ich zeichnete eine Karte, wieder und wieder, weil ich die Blätter andauernd verlor und sicherlich kamen jedesmal neue Details hinzu, vielleicht war es auch unterbewusste Absicht (die Karte zeige ich dir aber erst später).

Was war jetzt nun schockierender: Dieses Ding, was in meinem Kleiderschrank wohnte oder der Traum? Ich erzählte meinen Freundinnen davon und sie hingen an meinen Lippen. So etwas phantastisches konnte nur ich mir ausdenken. Ja. Klar. SCHÖN! Aber was solls, dachte ich mir. Das war das Jahr, wo ich gefühlt 11 Monate Hausarrest hatte, weil ich meine Lügenepisode leben musste. Rebell durch und durch! Da hatte ich viel, sehr viel Zeit. Dafür kannte ich meine Auswege von der Kontrolle, denn ich ging ja in eine Schule, die 35 Kilometer entfernt war und nur mit dem Zug für mich erreichbar. Mein erstes Handy bekam ich zwar mit 15, aber es war eher der verlängerte Arm des Gesetzes und für mich eine Menschenleine. Ich habe das Ding gehasst. Das Jahr vorher stahl ich mich nachts von zuhause fort. Meistens am Wochenende, um feiern zu gehen. Mein Freund war 13 Jahre älter als ich und bettete mich auf Rosenblüten. Für ihn war ich reifer als jene in seinem Alter. Und so wurde ich viel zu früh erwachsen. Nämlich mit 13 Jahren, was mir mit 15 schon 5 Jahre extra einbrachte. Dafür war ich in anderen wichtigen Bereichen meines Lebens 5 Jahre zurück.

Und dann kam auch noch dieser Traum hinzu. Wahnsinn! Einfach nur Wahnsinn. Mit dem Hausarrest hatte ich somit meine eigene kleine sichere Welt, in der ich außerhalb der Mauern leben konnte. Jetzt arbeite ich mit meinen Mauern, die ich mir und andere für mich aufgebaut haben. Ist das nicht großartig ?! Mein Gefängnisausbruch steht bevor. Mein wahnsinniger Blick wird zum Glück nur von der Dunkelheit gesehen, um mich zu belustigen. Naja, die erste Phase des Ausbruchs fand ja schon am Wochenende statt und wer weiß schon, wie lange der Ausbruch an sich dauern wird. Ich weigerte mich zu gehorchen, wie ich es immer getan habe, um endlich einmal selbstbestimmt zu sein. Das war ein großer Schritt. Richtung Leiter. Jetzt zeigt es die Zeit, die Ausdauer und das Durchhaltevermögen, ob ich die Sprossen erklimme, zum Ende der 13. Schleife. Wünsch mir Glück!


Kapitel 3 Kapitel 4 Kapitel 5 Kapitel 6

 

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2 Kommentare zu „Illusion und Wahheit: Kapitel 2

  1. Wow, du haust ja ganz shcön raus, schon Teil 3 fertig, hab ich gerade gesehen. Man merkt beim lesen auch deine Begeisterung. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich so ganz folgen kann, es fühlt sich manchmal an, als ob du alles gleichzeitig erzählen willst. Was ich sehr mag, dass Du sehr persönliches verarbeitest, teilweise für andere Leser transparent, teilweise verbildlicht, mit Deiner ganz eigenen Mystik versetzt. 🙂

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    1. Danke ❤ Die Kapitel sind als solches nicht fertig. Vieles muss ich erfinden, um die realen Menschen nicht in die Verlegenheit zu bringen. Ich lese es auch zum ersten Mal 😉 Kapitel 1 hat zum Beispiel 2 neue Absätze. Jedes Kapitel entwickelt sich mit der Geschichte mit. Deswegen ist es umso spannender für mich. Es freut mich, dass du so empfindest. Ja, mit dem alles erzählen hast du recht. 500 bereits geschriebene Seiten liegen vor mir. Ich kenne zwar die Vergangenheit zum größten Teil, aber der Rest ist verborgen. Ich verstehe es nochmal auf eine andere Art und bin für einiges blind, was du vielleicht schon siehst. Es ist magisch 😀

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