Recap April 2017

Der April schleuderte mich ganz schön herum. Es war eine Phase des äußeren Stillstands, aber innerlich war es ein Sturm. Das ist für mich nicht ungewöhnlich, aber dieses Jahr, seit Januar, ist es anders als in den vergangenen Jahren. Neues kommt hinzu und ich werde nur wenig von der Vergangenheit heimgesucht. Scheinbar kann ich jetzt immer besser loslassen. Mein Motto für April war WACHSEN und lernen. Dies wird wahrscheinlich eine ganze Zeitlang noch bestehen. Ich wollte ja auch meine Ziele seit Anfang des Jahres weiterführen, aber es war einfach nicht die Zeit dazu. Äußere Impulse gab es zu viele oder vielleicht zu wenig? Ich war sehr passiv und gelähmt, trotzdem möchte ich dran bleiben, mich nicht unterkriegen lassen. Jeden Tag kämpfe ich gegen mich selbst. So würde ich es beschreiben und jeden Tag habe ich kleine Erfolge, immer in anderen Bereichen wie beabsichtigt, aber immerhin. Ich lerne geduldig mit mir selbst zu sein, erlaube mir viele Dinge, was mir auch einfach mal gut tut. Das werde ich weiterhin tun.

Dieser Monat war für mich wie das Wetter. Meine Gefühle haben einfach das mit mir gemacht, was sie wollten. Einige Begegnungen waren ein Segen, einige eine Lektion, aber immer haben sie mich bereichert, auf die eine oder andere Art und Weise. Schreiben war in dieser Zeit letztrangig für mich, da der April mich förmlich überflutet haben. Anstatt meinem Perfektionismus nachzugeben und alles aufholen zu wollen, mache ich einfach JETZT weiter, denn ich denke, ich habe vieles zu berichten und zu teilen. Ich will nicht unnötig in der Vergangenheit herumwühlen, aber das, was das JETZT angeht, da beschäftige ich mich damit, weil es dann Zeit dafür ist. Nicht alles auf einmal, das packe ich nicht. Ich bin ein Mensch, nicht mehr, nicht weniger. Ich bin nicht perfekt, habe auch nur 24 Stunden und Prioritäten werden jetzt von mir gesetzt. Ich teile gerne mit euch und werde meinen Weg gehen, Schriftstellerin zu sein. Es ist nun mal ein Weg und es gibt vieles zu lernen und jetzt muss ich tun, was getan werden muss, was ich tun muss. Nämlich meinem Herzen und meinem Bauchgefühl folgen. Die letzte Zeit war alles gut so, wie es war, für die Zeit, wo es passiert ist.

Ich spüre eine tiefe Veränderung und auch, dass sich mein Leben wieder um 180° drehen wird. Ich freue mich darauf und es ist Zeit, längst überfällig, aber alles kommt zu der Zeit, wo es sein soll. Ich bin tief dankbar, für alles in meinem Leben, für meine Familie, für die Begegnungen, für das, was ich bin und was ich habe. Für alles, wo wir andere dran teilhaben lassen und wo wir dran teilhaben dürfen. Menschlichkeit sind Begegnungen, Güte, Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt, Teilen, Geben und Mitgefühl. Zuhören ist eine wunderbare Gabe, die die wenigsten beherrschen, aber auch die Zuhörer sollen gehört werden. Ich habe gelernt, dass wie man die Dinge formuliert, unser Leben ausmacht, nicht nur unsere Gedanken und Gefühle, sondern auch das der anderen. Wir ziehen die Dinge an und egal, was wir behaupten, wir haben Recht. Wir haben Recht, wenn wir sagen, das können wir nicht, weil wir dann nicht daran glauben und so uns unserer Energie entziehen. Und wir haben Recht, wenn wir sagen, wir schaffen es, denn wenn wir wirklich daran glauben, machen wir es möglich. Aber all der Glauben braucht Liebe, Liebe zu uns selbst und Liebe zu unseren Mitmenschen.

Manche nennen Liebe das Leben, aber egal wie wir es nennen, die Bedeutung braucht keinen Namen. Jeder nennt es anders. Aber ist das so wichtig?


Rückblick Januar 2017 / Rückblick Februar 2017 /Rückblick März 2017 / Recap April 2017

Liebe ist die größte von ihnen

Als ich mit 15 Jahren konformiert wurde, suchte ich mir den Psalm Korinther 13,13 aus: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ Ich habe mir den Spruch wegen den voran gegangenen Geschriebenen ausgesucht: “ Und hätte [ich] allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.“ Glaube ist nicht das wichtigste auf der Welt. Damit rühmen sich die Religionen, dass Glaube das wichtigste sei. Aber was wären wir ohne die Liebe? Diese Liebe, die alles verbindet? Mein Konfirmationsspruch hat seid jeher mein Leben begleitet. Die Religionen sind gar nicht so extrem unterschiedlich. Als ich in der Türkei Urlaub machte, kam ich an einem Gotteshaus vorbei, wo die Glaubenssymbole des Judentums, des Christentums und des Islams an der höchsten Stelle in den Himmel ragten. Ich war so fasziniert davon, dass diese drei in diesem Gebäude zusammen gefunden hatten. Die drei monotheistischen Weltreligionen und Weltanschauungen, die den polytheistischen Glauben gegenüberstehen.

Die monotheistischen Glaubensrichtungen glauben an eine Endzeit, dass alles einmal endet, wir aber das ewige Leben der Seele feiern können. Die Hinduisten und Bhuddisten glauben an einen ewigen Zyklus von Geburt und Wiedergeburt. Ihr Ziel ist es, aus diesem Kreisel auszubrechen und dem ein Ende zu setzen. Deshalb gibt es in dem Sinne kein Ende für sie, auch keine Endzeit, keine Apokalypse. Obwohl… Apokalypse ist griechisch und heißt Enthüllung, Entschleierung. Also könnte auch für uns das jüngste Gericht in der westlichen Geschichte immer wieder erkennbar sein, wenn man genauer hinschaut. Die Schöpfungsgeschichten haben vieles gemeinsam und unterscheiden sich im Grunde gar nicht so sehr von der Wissenschaft, die damit vereinbar wäre. Die Bibel ist bildlich zu nehmen, das habe ich früher gelernt und wer sagt nicht, dass ein Tag im Leben eines Gottes nicht auch einen Teil Ewigkeit heißt, so etwa ein paar Millionen Jahre? Warum wollen wir immer alles trennen? Glaube und Wissenschaft, Endlichkeit und Unendlichkeit?

Wir wandeln unsere Energie doch bloß um… Werden wir nicht zu Lebzeiten nach der Liebe gerichtet? Dass Leben geben ist? Wir entstammen alle dem Nichts, der Abwesenheit von Licht, der Dunkelheit. Wenn wir uns vorstellen, dass das Universum auch aus einem komprimierten Punkt entstand, so wie der Mensch und die Lebewesen aus einer winzigkleinen Zelle, ist es wichtig, dieses Wunder wirklich allumfassend verstehen zu müssen? Ein einzelner Mensch kann immer nur einen kleinen Teil der Perspektive sehen. Der höhere Blick ist nicht mehr für den Verstand erfassbar. Ich vergleiche es auch gerne mit Ameisen im Garten, wie sie denken, dass der Rasen, die Blumen und ihre Kolonie ihre ganze Welt sind. Jeder ist sein eigener Anfang und sein eigenes Ende, das Ziel, die Bestimmung, der Weg des Lebens. Liebe: Ein Sammelbegriff für Hunderte von Worten und doch speziesübergreifend und einzigartig. Danke ❤