Gedanken(k)reise: Tag der Pressefreiheit

Heute, am 3. Mai 2017, ist Tag der Pressefreiheit. Es ist der Tag, an dem an die Journalisten in der ganzen Welt gedacht und auf die Situation aufmerksam gemacht wird. Wir leben nicht in einer so freien Welt, wie wir sie uns vorstellen möchten. Natürlich ist es nicht der einzige Tag, wo man sich damit beschäftigt, aber für diejenigen, die sich nicht regelmäßig damit beschäftigen, ist es eine gute Gelegenheit, Informationen zu bekommen. Journalisten hatten es schon immer schwer. Entweder müssen sie einer Richtung folgen, wo sie nie hinwollten, was ihre Arbeit angeht oder sie werden angegriffen. In vielen Teilen der Welt werden sie verfolgt, drangsaliert oder schlimmeres. Nicht überall haben Frauen Rechte wie hier in Europa. An den Grenzen Europas sieht die Welt ganz anders aus. In der Frankfurter Allgemeine Zeitung war heute ein Artikel darüber, dass China, weit weg von Europa, ein eigenes Internetlexikon erschaffen will: Zensiert, nach eigenen Werten und nicht westlich beeinflusst. Einerseits könnte ich es verstehen, weil die fernöstlichen und westlichen Weltanschauungen sich doch deutlich unterscheiden. Durch die Wirtschaft muss man ein Konsens finden, aber das heißt nicht, dass man die gleiche Meinung haben muss. Was ich anprangere, ist, dass die Medien nicht frei sind, nicht unabhängig, sondern beeinflusst.

Freier unabhängiger Journalismus ist elementar für unsere öffentliche Meinung, für unsere Politik und Wirtschaft. Wir haben ja auch hier in Europa gelernt, dass Medien entweder einseitig oder geleitet ist, was den freien Journalismus auch erheblich einschränkt, aber was ist außergewöhnlich und was nicht, wenn es um die Freiheit geht? Es sind vor allem Machtfragen und der Kaufpreis, wer gefördert werden will. Geld ist Dreh- und Angelpunkt unserer Welt. Wir brauchen es, um in dieser Gesellschaft Essen, Trinken, Unterkunft, Strom, etc zu kaufen oder zu mieten. Wir brauchen es, um zu überleben, akzeptiert zu werden. Recherchen und Reisen für Journalisten kosten auch Geld, denn das ist ihr Lebensunterhalt und sie sind den weltlichen Bedingungen nicht entzogen. Wie frei sind wir wirklich? Ich glaube das Wort ist eine romantische Vorstellung einerseits und hart zu erkämpfen andererseits. Politische, wirtschaftliche, wissenschaftliche Aufklärung, Skandale aufdecken, Probleme benennen. Die freie Meinung wird überall beschnitten, so wie unsere eigenen Meinungen, Rechte und Pflichten. Unterdrückung und Trennung, Aufhetzen: Sind das wirklich nur Wörter für andere Teile der Welt? Wir hören von Korea, China, Amerika, Afrika, aber auch vor unserer eigenen Tür ist was los.

Wir können viel erreichen. Wir haben unglaublich viel Macht. Wann wurde es uns ausgeredet und genommen? In den vergangenen Jahren kommt die Stellung der Frau immer mehr in den Vordergrund. Ist das Zufall? Warum muss sich dieses Thema so aufpumpen? Weil Männer und Frauen gleichberechtigt und gleichwertig sind und die Vertreter/innen die Mauern durchbrechen müssen, um dies zu erreichen. Wir müssen erst kämpfen, um Frieden zu schließen. Leider ist es das Prinzip dieser Welt. Die „Kirche“ versucht mehr in die Zeit zu kommen, da die Traditionen Jahrhunderte alt sind. Aber sie wollen ihren eigenen Glauben wahren, etwas, was über Jahrhunderte geformt, manipuliert und gelenkt worden ist, um Macht über die Menschen zu haben. Wenn du einen „wahren“ Wissenschaftler fragst, ob er gläubig ist, sagt er „JA“, denn er sieht Gott. Er sieht die Schöpfung, die Welt hinter der Welt, wie alles zusammen funktioniert, die Energie, die uns alle zusammenhält. Er benutzt nur andere Wörter dafür. Aber dafür müsste die Religion und Wissenschaft ihre Ansichten überdenken, da viele Beschreibungen eben zeitgemäß sind für die Zeit, wo sie entstanden sind. Religiöse halten sich an ihren Weg fest und vielleicht ist einiges wirklich so passiert, wir würden es heute nur anders nennen.

Wäre die Wissenschaft und Religion bereit für diese Annäherung? Es geht dabei um Macht, so wie bei dem Journalismus. Sind wir bereit? Glaube heißt nicht unbedingt, religiös zu sein. Ich kann auch an eine Quelle allen Seins glauben, ohne Hindu, Christ, Jude, Muslime oder Buddhist zu sein. Bewegen wir uns in Richtung Spiritualität, wenn wir uns der Wissenschaft annähern? Könnte man die Glaubensbücher neu interpretieren und Traditionen überarbeiten? Wir leben in einer Welt, wo es 23:59 Uhr ist. Heute sind wir noch 7,5 Milliarden Menschen und morgen? Was ist in einem Jahr, in 5, 10, 50 Jahren? Wenn die Weltbevölkerung wirklich exponentiell steigt, wird es nicht nur um Nahrungsknappheit, Wassermangel, Seuchen und Umweltverschmutzung sowie Platzmangel und Elend gehen. Es wird um Macht gehen. Vielleicht die Macht über den Tod und das Leben? Weltliche gegen religiöse Macht. Was ist mächtiger? Der Geldschein auf dem Tisch, der Job, die Arbeitslosigkeit oder das Herz eines Menschen, der glaubt? Und dazwischen sind die freien Journalisten…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s