Das Leben träumen

Manchmal denke ich wirklich, dass uns etwas total verdreht beigebracht wurde. Wir träumen unser ganzes Leben lang, wie unser Leben sein könnte. Wir ergeben uns den Vorstellungen, wie andere unser Leben haben möchten und schützen uns damit, dass wir irgendwann denken: Ja, ich will das so oder ja, ich habe mich dafür entschieden. Aber als wir im Prozess des Erwachsenwerdens waren, haben wir nicht umsonst rebelliert. So viele Dinge sind heute so verrückt geworden. Einige Verhaltensweisen sind so verrückt, dass ich gar nicht weiß, wie ich es einem Kind erklären sollte, weil das nur ungläubig mit dem Kopf schütteln würde. Ich bin bekennende Tagträumerin, aber das hat nichts mit dem zu tun, worauf ich hier hinaus will. Wir hechten von Wochenende zu Wochenende und hoffen, dass das Hamsterrad irgendwann ein Ende hat, wenn wir nur lange genug darauf warten. Wir wollen Veränderungen, ohne etwas dafür zu tun!

Ja, dieses Warten, diese Erwartungen. Das tötet Zeit. Glück ist harte Arbeit, erfordert aktiv sein, nicht weg schauen, locker lassen und gelassen sein, dran bleiben. Jeder von uns ist Erschaffer, Mitschöpfer, Realitätsveränderer, nur verstehen wir das erst, wenn wir durch unsere eigene persönliche Hölle gegangen sind. Aber selbst das garantiert nicht, dass wir es vollends verstehen. Weise nennt man so etwas glaube ich. Viele Kinder sind weiser als viele Erwachsenen. Nur der Hochmut der Erwachsenen blendet. Viele Menschen verlieren den Anschluss an die Realität, wenn sie erwachsen werden, weil sie natürlich die Glaubenssätze der anderen Erwachsenen annehmen, um zu überleben. Verständlich. Aber dieses Trauerspiel hat nichts mehr mit der Realität zu tun. Es ist ein künstlich konstruiertes Lügenkonstrukt, welches wie der Fernseher nur eine Vorstellung von der Realität darstellt, eben in 4D, mittendrin. Wir sollten leben, als hätten wir noch 200 Jahre Zeit, im Moment leben, denn der Moment ist ewig, aber auch leben, als wäre jeder Tag der Letzte. Was für ein Spagat! Im jetzt findet das Leben statt. Du kannst nur im jetzt was tun, nicht gestern und nicht morgen.

Künstlich erschaffener Stress, das vernichtet uns, macht uns krank, nimmt uns unser Jetzt weg, unsere Ewigkeit, unsere Gegenwart. Träumen ist schön, lebensnotwendig, aber nicht um den Preis, dass wir unserer Realität und unserer eigenen Möglichkeiten beraubt werden. Wenn die künstlich erschaffene Realität unerträglich wird, dann ist das Träumen der einzige Ort, wo mir keiner hin folgen kann. Aber ich will die Verantwortung für MEIN LEBEN zurück! Ich will mein Leben zurück. Immer mehr Fragen werfen sich auf. Puzzlestücke aus all meinen Lebensabschnitten schnellen hoch und bauen sich vor mir auf wie eine große unüberwindbare Schleierwand. Nebel kann man nicht anfassen. Was also tun? Es fühlt sich wie eine Mauer an, aber es ist nur eine Täuschung der Sinne. Eine Selbsttäuschung, die es zu überwinden gilt. Anfang des Jahres habe ich schon vermutet, dass dieses Jahr so etwas passieren würde. Auch wenn ich all das hier aufschreibe, verstehen es auch nur die Menschen, die dies als weiteres Puzzlestück empfinden. Ich lese Beiträge von anderen Bloggern und ab und zu auch meine Beiträge, um immer wieder neu aufgerüttelt zu werden und von meinem jüngeren Ich einen Hinweis zu erhalten oder eben von anderen. Verrückt, aber eine andere Stufe als dieser normale Wahnsinn der Welt. Es bleibt auf jeden Fall spannend 😉

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