Gedanken(k)reise: Es ist ein Spielraum für mehr Gerechtigkeit da

Beim ZDF hörte ich entsetzt den Satz, als sie über Steuersenkungen bei Löhnen sprachen: „Es ist ein Spielraum für mehr Gerechtigkeit da.“ Das Streben nach Gerechtigkeit… Die Schere geht doch schon seit Jahren auseinander. Meinungsfreiheit findet doch ehrlicherweise nur hinter verschlossenen Türen statt. 90% Ehrlichkeit ist schon sehr hoch, mit mehr kommen wir sowieso nicht klar. Ansonsten soll man es doch schön verschleiern, drum herum reden, ablenken, um ja nicht angeprangert zu werden oder gar Leute im Nacken zu haben, die man nicht da haben will. Die letzten Tage hatte ich so viele Gründe mich aufzuregen, weil es Dinge gibt, denen man mal nachgehen sollte, um diese der Öffentlichkeit zu zeigen und darauf aufmerksam zu machen, wo wir hier und in welcher Welt eigentlich leben. Wir denken irgendwann, wir sind verrückt, aber es gibt nichts verrückteres als die Welt da draußen. So hirnrissig. Kein Kind kann diese Absurdität verstehen, was die blöden dummen Erwachsenen da veranstalten.

Früher war alles besser… von wegen. Es ist wie bei dem sorglosen Kinde, richtig? Früher hatten wir auch Sorgen, hatte die Gesellschaft sorgen, aber sie sind mit uns gewachsen, mit der stetig wachsenden Anzahl von Menschen, mit der Technik und den Wirtschaftsbeziehungen, der Globalisierung und den Erste bis Dritte Welt-Problemen. Sie wachsen beständig und unerbittlich weiter. Tag für Tag. Es ist Spielraum für so vieles DA. Nennen wir es doch Potential, damit wir es noch richtig schön reden und herunterspielen. Oder ist es einfach nur ein Psychotrick, damit wir uns selbst nicht von diesen Dingen zerfressen lassen? Die Probleme der Welt lasten, ob wir es wollen oder nicht, auf unseren Schultern. Ist es besser, es nicht zu wissen? Wie wäre der beste Umgang damit? Sich dem bewusst zu sein, um etwas daran ändern zu können, was wir selbst in unserer Hand haben, positiv einzuwirken und uns nicht dadurch kaputt machen zu lassen?

Alles wissen können wir ja auch nicht, ansonsten verlieren wir den Blick aufs Wesentliche und das ist es nicht wert. Deswegen ist wohl Mut zur Lücke angesagt. Ein Spruch, den ich aus meiner Abiprüfungszeit noch inne habe. Warum sollten wir uns mit Dingen den Kopf zu müllen? Schauen wir doch lieber weg und hoffen, dass sich alles eines Tages erübrigt und sich jemand anderes damit herumschlagen muss. Irgendwann wird die Seele auch müde, dieses Schauspiel anzusehen und mitzubekommen. Da setzen wir doch lieber lebenswertere Prioritäten wie zum Beispiel frisch kochen. Mit Umweltverschmutzung und Machtabgabe bezahlt. DAS können wir uns doch eher leisten, als Lebenszeit dafür zu verschwenden sich über Dinge zu ärgern, die uns unsere Gesundheit kosten.

Das Streben nach Glück ist wohl realistischer als nach Gerechtigkeit. Denn man kann es nicht allen Recht machen. Dies wäre eine Selbstlüge und Verarsche gleichermaßen und unfair gegen über dir selbst und dem anderen.

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