Nach innen horchen und reisen

Wochengedanken: KW 19 – 2017

Manchmal wächst man im außen, in dem viel passiert und man sehr aktiv ist und dann wiederum gibt es eine Zeit, da passiert außerhalb wenig, dümpelt so vor sich hin und dann ist es Zeit, innerlich zu wachsen. Aktiv kann ich außerhalb im Moment nicht viel verändern. Ich dümpel zwar nicht vor mich hin und habe trotzdem einiges zu tun, aber wachsen kann ich jetzt innerlich mehr. Ich arbeite an meiner Einstellung, an kleinen Verbesserungen, Umstrukturierungen, die ich aktiv beeinflussen kann, an positiven Gedankenformulierungen, Achtsamkeit mit mir selbst und meiner Umgebung und an den Umsetzungen. Schlaf, trinken, essen, Bewegung und Entspannung regiert gerade mein Leben. Es sind ja generelle Themen, aber im Moment ist es bei mir sehr wörtlich gemeint. Ich bin eher in der Einfachheit überfordert, wenn ich davon sprechen mag, dass es schon sehr viel ist.

Ich folge meinen Bauchgefühl, höre auf meinen Körper sehr intensiv und gebrauche meinen Kopf nur sehr ungern, jedenfalls im Moment. Für meinen Kopf lasse ich nur ein Zeitfenster zu. Fürs Schreiben, fürs Lesen und eine Zeit für Unterhaltungen. Alleine lasse ich meine Gedanken fließen, beobachte sie und handle erst, wenn ich einen Anhaltspunkt habe zu handeln. Ansonsten gerate ich in die Gefahr, mich grundlos massiv aufzuregen oder in Depri zu fallen. Das ist die ganze Geschichte nicht wert und weißt du was? Ich komme sehr gut klar damit. Was nützt alle Intelligenz, wenn man sie nicht zum Guten anwenden kann? Wenn keiner einen haben will? Jeder einen anzulügen scheint? Tagträume sind etwas wunderbares zum Entspannen und sich treiben lassen. Immer sind wir auf Spannung. Ein Blick nach innen zentriert uns, bringt uns in unsere Mitte. Wir lernen uns selbst kennen, uns annehmen. In Tagträumen tanke ich Kraft, Hoffnung und Zuversicht. Wenn ich tagträumen kann, ist die Welt noch in Ordnung. Mich kennen zu lernen und zu wachsen ist meine innere Pilgerreise.

Wir leben nicht vom Wort, sondern von Gefühl

Wochengedanken: KW 19 – 2017

Meine persönliche Erfahrung hat mich gelehrt, dass ich mir viele kluge Gedanken machen kann, ohne dass es viel bringt, wenn nicht mein Herz zustimmt und mein Körper mitmacht. Es ist nur verschwendete Zeit, wenn man rein vom Kopf ausgeht, denn wir sind keine Rechner. Theoretisch kann das alles schön und gut sein, aber praktisch ist es dann nicht umsetzbar, ohne, dass man irgendeinen Preis dafür zahlen muss. Die Einstellung und Weltanschauung basiert auf einem Gefühl, welches wir dann mit anderen Eindrücken und Überzeugungen verbinden. Wir sprechen über unseren Körper unsere Gefühle aus. Ohne unseren Körper könnten wir die Gefühle nicht spüren. Hunger, Durst, Schlafmangel, Traurigkeit, Freude, Scham, Ekel, Wut, Angst, Mut, Nähe und hunderte andere Gefühle. Ein Gefühl steht immer in Verbindung mit einer Körperreaktion. Es ist ein elektromagnetischer Impuls. Das Herz hat eine vierzig bis hundert Mal stärkere elektromagnetische Kraft wie der Kopf und wir sind umgeben von einer elektromagnetischen Mantel, weshalb das Herz auch unser Energiezentrum ist.

Bei der Altenpflegebetreuung, oder generell bei der Betreuung von Menschen, ob jung oder alt, ist es zwar hilfreich für die Personen, wenn man für sie aufräumt, ihnen Essen kocht und dergleichen, aber Menschen brauchen Nähe, menschliche Nähe, Kontakt. Wir sind gesellige Wesen und verkümmern, wenn wir diesem Bedürfnis nicht nachgehen. Aber jeder brauche eine ganz eigene Dosis von Menschlichkeit. Distanz und Nähe ist ein elementares Thema in zwischenmenschlichen Beziehungen. Es ist egal worüber man spricht. Sie freuen sich über gemeinsame Zeit, dem Gefühl, nicht alleine zu sein, dass sich jemand für sie ehrlich und aufrichtig interessiert und sich um sie sorgt. Das sind alles Gefühle. Irgendwann verblassen die Worte, wenn sie nicht wichtig sind und eine Spur hinterlassen haben, aber das Gefühl wird gespeichert, immer. Wenn wir eine Situation erleben, kommt als erstes ein Gefühl. Erinnerungen werden in Gefühlen gespeichert und Sinneseindrücken, die mit einem Gefühl verbunden sind. Deswegen hören wir dann meist auch ein Echo von Worten, wenn sie sich eingebrannt haben. Aber immer ist ein Gefühl die Grundlage. Sie sprudeln aus dem Unterbewusstsein.

Pflanzen und Tiere haben auch Gefühle. Wissenschaftlich betrachtet, ist alles ein Energieaustausch, immer, egal, was wir tun. Wenn wir auf Autopilot leben oder bewusst sind, es passiert, ohne, dass wir etwas dafür oder dagegen machen können. Worte beschreiben unsere Welt. Es existiert nur das für uns, was wir benennen können. Unbekanntes macht uns Angst. Wenn wir aber auf Autopilot sind, leben unsere Gefühle uns. Wir sind diesen Gewalten dann ausgeliefert. Wir denken 60.000 Gedanken am Tag, die uns natürlich auch beeinflussen, aber mit jedem Gedanken ist ein Gefühl verbunden, was umgekehrt nicht der Fall sein muss. Und WIR überintellektuellen Menschen glauben, wir könnten rein mit dem Verstand etwas niederes wie das Gefühl und alles andere beherrschen. Das greifen auf. Sie wollen sich auf das Gefühl berufen, dass die Wirtschaft doch verstandgesteuert ist und es Zeit für das Gefühl ist. Aber das ist auch nicht das Wahre.

Sich nicht den Gefühlen völlig ausliefern und nicht vom Verstand beherrschen lassen, das ist der Spagat, welches Leben heißt!