Eine Zeitreise nach Verdun

Eigentlich wollte ich diesen Artikel im November schreiben, aber dann verpasst du die Gelegenheit, die Reise zu organisieren 😉 . Am 11. November 1918 endete der erste Weltkrieg. Für Frankreich ist dies ein Feiertag. Es inspiriert die Menschen, die an dem Feiertag an den geschichtsträchtigen Orten teilnehmen, zum Nachdenken. Jeder Besucher empfindet Verdun anders, denn jeder verbindet damit andere Erinnerungen und Gefühle. Verdun ist nicht nur eine Reise, es ist eine Erfahrung und ein Erlebnis. Ein breites Spektrum an Informationen erfüllt fast jedes Interesse: Erster Weltkrieg, Geschichte, Medizin, Landschaft, Literatur, Architektur, Militär, Feiertag. Verdun war auch Schauplatz im zweiten Weltkrieg, aber weitaus weniger grausam als im erste Weltkrieg. Für diese Reise sollte man sich im Vorfeld belesen und erkundigen, da die Fülle an Informationen und Orten die Planung schnell durcheinander bringen kann.

Mein Erlebnis in Verdun

Diese Zusammenkunft erlebte ich demütig. Damals, im Jahr 2000, waren wir mit einer Projektgruppe von der Schule in Verdun. Wenige Überlebende versammelten sich im Gebeinhaus. Es war eine Gedenkfeier, die ich auf diese Weise noch nie erlebt hatte. Einer hielt eine Rede auf Französisch und bei mir kullerten die Tränchen über die Wangen, schockiert über die unmenschlichen Taten von damals. Das war der Weltenschmerz, der sich auf meine Schultern niederlegte. Wie können Menschen so grausam zueinander sein? Ich gab dem alten Mann die Hand und legte die zweite Hand um seine, verbeugte mich und obwohl ich nicht verstand, was er sagte, verstand er mich. Ich war 16 Jahre. Der Friedhof vor dem Gebeinhaus mit seinen über 15.000 Kreuzen, war in Nebel eingehüllt. Das Wetter war wie damals. Der Friedhof schien unendlich zu sein. In den Wäldern flüsterten die Blätter vergangene Geschichten. Es war zu still für einen Wald. Vereinzelt standen immernoch Blocks in den Wäldern.

Wir durften nur auf den vorgezeichneten Wegen laufen, da immernoch Minen überlall vergraben waren. In den Gängen der alten Kasernen konnte man Geräusche hören, die auch Menschenstimmen von damals sein konnten.  Auf dem Toten Mann, dem höchsten Berg, ist eine im Berg eingelassene Kaserne. Dort ging ich mit 2 Freundinnen hinein. Ein Gang ging entlang des Platzes. Alle 10 Meter waren Gittertüren. Auf dem Boden lagen abgefallene Zementbröckchen, zerborstenes Glas. Lange dunkle Gänge gingen in den Berg hinein. Als wir in der Mitte waren, hörten wir ein Geräusch aus einem solchen Gang, wie Geflüster. Dann sahen wir eine Silhouette eines Gesichts, so munkelte es unsere Angst. Wir schrien alle drei, wollten aus eine der Gittertüren fliehen, aber wir kamen nicht durch. Wir rannten um unser Leben zum Eingang, schreiend. Gruselig. Das hat mich geprägt. Verdun hat mich verändert.

Die Reiseroute in und um Verdun

Bevor du Verdun besuchst, solltest du dich über die Ereignisse von damals informieren. Diese Information kann dir dabei helfen, eine Route zu planen. Es gibt einige wichtige Orte, die du besichtigen solltest, wie zum Beispiel die Kaserne auf dem „Toten Mann“. Dies ist der höchste Berg in diesem Gebiet. Die Kaserne ist in den Berg hinein gebaut worden. Der Berg wurde durch die Bombadierungen um 3m gesenkt.

In den Wäldern gibt es vorgebene Routen, wo man wandern kann. Die Wege darf man nicht verlassen, da noch nicht alle Bomben, sowie Granaten und Geschosse gefunden wurden. Es besteht immer noch die Gefahr, dass diese explodieren könnten. Man kommt auf diesen Wanderwegen an einigen Ruinen vorbei, an denen Schilder über die Geschichte des Ortes beschrieben sind. An dem Feiertag sollte man auch das Gebeinhaus und den davor liegenden Friedhof mit über 15.000 Kreuzen besuchen. Die Forts um Verdun herum, wie Fort Vaux und Fort Douaumont sind sehenswert für Selbstentdecker, aber auch die Führungen sind informativ.

Das Wetter in Verdun

Am 11. November, dem Ende des ersten Weltkrieges, behauptet man, ist das Wetter fast jedes Jahr wie an dem Tag im Jahr 1918 ist. In den Morgenstunden liegt meistens dichter Nebel über dem Gebiet. Die Wege in den Waldgebieten sind zu dieser Jahreszeit sehr rutschig. Deswegen ist es für Menschen, die Probleme beim Laufen oder mit dem Gleichgewicht haben, ungeeignet, wandern zu gehen. Das Wetter ist kühl und frisch. Der Nebel bleibt meist bis in die Mittagsstunden. Du solltest dich warm anziehen. Das Gebiet ist sehr groß und die Wanderwege gehen weit in die Wälder hinein. Einige Orte wie zum Beispiel dem Museum, der Kaserne, die Zitadelle, kannst du an verregneten Tagen besuchen. Andere Orte, wie die Wanderwege in den Wäldern, die Kamine auf dem Berg „Toter Mann“ oder dem Friedhof vor dem Gebeinhaus sind im Freien. Drei Tage solltest du auf jedenfall einplanen, um soviel wie möglich zu sehen.

Fakten und Informationen über Verdun im ersten Weltkrieg

Reiseführungen sind sehr zu empfehlen, da jeder Reiseführer andere Fakten der Geschichte darstellt. Der erste Weltkrieg forderte 10 Millionen Todesopfer, wovon 600.000 bei der Schlacht von Verdun fielen, innerhalb von 2 Monaten. Je älter der Krieg wurde, desto jünger wurden die Soldaten. Im Gebeinhaus war der jüngste Soldat, der sein Leben ließ 11 Jahre alt. Man muss sich vorstellen, dass die Hügel, die heutzutage mit Bäumen und Büschen bewachsen sind, damals wie eine Mondkraterlandschaft zerbombt waren. Am Gebeinhaus, wo ebenfalls die ersten Wanderwege anfangen, gibt es eine Gaststätte, wo du dich mit Getränken und Essen versorgen kannst. Eine Stadtbesichtigung von Verdun mit seinen Sehenswürdigkeiten, wie der Kathedrale, dem Stadtzentrum und dem Kai an dem Fluss ist nicht nur historisch sehenswert. Der Fluss, der durch Verdun fließt, ist die Maas. Die Reiseroute geht von Bar-Le-Duc nach Verdun, der Versorgungsstraße. Zufällig ist ein Nachbarort von mir die Partnerstadt 🙂

Ich hoffe, dass der Artikel die eine kleine Einsicht gegeben hat.

 

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Reisen durch Europa selbstgemacht

Für alle, die gerne auf Entdeckungstour gehen und unabhängig sein wollen, ist die Reise mit dem Wohnmobil ideal. Geplant oder frei aus dem Bauch heraus, es gibt viele Möglichkeiten, seine Reise zu gestalten. Man kann Wohnmobile bei vielen Anbietern mieten. Falls man bereits ein Wohnmobil besitzt, hat man schon viele Erfahrungen gesammelt und es ist ein befreiendes Gefühl, selbst zu entscheiden, wie man seinen Urlaub gestaltet. Der Ideenvielfalt sind keine Grenzen gesetzt und man kann eine Menge Geld sparen und zudem enorm viel Spaß haben.

Vorteile, mit dem Wohnmobil zu reisen

Wohnmobile werden überwiegend zum Urlaub für Camping oder bei wechselnden Standorten benutzt. Durch das flexible Wohnmobil kann man fahren, wann und wohin man will. Man kann es als Schlafplatz verwenden, zum Kochen, Duschen, für den entspannten Aufenthalt und um von Ort zu Ort zu fahren. So hat man es immer und überall dabei. Vor allem eignet sich das Wohnmobil für die ganze Familie und für Haustiere. Ob Sie Frühaufsteher oder Langschläfer sind, hier gelten Ihre Regeln. Sie können Ihren Kaffee zubereiten, wann Sie wollen und auf Ihre eigene Toilette gehen.

Der Weg ist das Ziel – Reiserouten mit dem Wohnmobil

Reiserouten mit dem Wohnmobil sind schnell geplant. Ob Sie nur an einem Ort bleiben oder eine Rundreise machen wollen, es gibt einige hilfreiche Tipps zu beachten. Überlegen Sie sich am Besten, wo Sie hinfahren wollen und schauen Sie im Internet nach Stell- und Campingplätzen. Sie können einen Campingurlaub gestalten oder eine Entdeckertour auf den Pfaden der Geschichte unternehmen. Nicht nur Deutschland will erobert werden. In ganz Europa gibt es Campingplätze, die ihre Stellplätze günstig vermieten. Wie wäre es einmal in Griechenland auf der dreizackigen Halbinsel Kassandra oder dem Gardasee in Italien?

Versorgung – ohne Mängel im Wohnmobil wohnen

Zwischen 100- 150 Liter Frischwasser sind schnell verbraucht. Man bekommt meist umsonst Frischwasser an Tankstellen, Campingplätze, Häfen und öffentlichen Einrichtungen. Der Abwassertank ist ungefähr so groß wie der Frischwassertank. Man kann den Behälter an Camping- und Stellplätzen leeren. Das Gas wird oft in Elf-Kilogramm-Behältern gelagert und reicht für vier Köpfe zum Kochen, für den Kühlschrank und den Warmwasserboiler. Strom ist eine etwas kompliziertere Sache, aber auch zu schaffen. Im Sommer verbraucht man durch die längere Tageshelligkeit weniger Strom als im Winter. Laden Sie die Batterie regelmäßig auf. Je nachdem, ob man mit dem eigenen oder einem gemieteten Wohnmobil fährt, braucht man trotzdem Grundausstattug. Die meisten Wohnmobilvermieter rüsten Ihr Wohnmobil schon wohlwissend aus. Die Besitzer wissen schon durch Erfahrung, was gebraucht wird.

Dinge, die wichtig sind für Wohnmobilreisen

Ein wichtiger Punkt ist die Ladung und das Gewicht des Wohnmobils. Man unterschätzt leicht das Gewicht der Zuladung, wie Gebäck, Ausrüstung und auch das Gewicht der Reisenden. Deswegen überprüfen Sie die zulässige Gesamtlast, das Leergewicht und überfüllen Sie das Wohnmobil nicht. Ansonsten kann es ein Sicherheitsrisiko darstellen, und das Wohnmobil wird überlastet. Informieren Sie sich über Campingplätze auf Ihrer Route. Das erspart Zeit. Die meisten Navigationsgeräte haben Campingplätze in Ihrem System, wenn Sie mal ins Blaue fahren. Bis zu 3,5 t darf man noch mit Führerscheinklasse B (BE mit Anhänger) fahren, darüber hinaus ist C (CE) erforderlich. Die Ausnahme ist der alte 3 Führerschein. Mit diesem darf man bis 7,5t fahren.

Fahrsicherheit beim Wohnmobil

Wohnmobile fahren sich wie PKW, dennoch haben sie wegen ihres Gewichtes das Fahrverhalten eines Klein-LKWs. Bei Seitenwind und in den Kurvern reagiert das Wohnmobil empfindlicher. Der Brems- und Beschleunigungsweg ist länger, dementsprechend auch die Überholvorgänge. Deshalb fahren Sie mit angemessener Geschwindigkeit. Ab 3,5 t sind Wohnmobile seit 2005 auf 100 Stundenkilometer auf Autobahnen (außerorts 80 Stundenkilometer) auf Deutschlands Straßen begrenzt worden. Vergessen Sie das nicht. Man muss sich wie im PKW bei der Fahrt anschnallen (Kindersitz wie im PKW benutzen). Betrachten Sie bei den Verkehrsschildern, dass Ihr Wohnmobil ab 3,5 Tonnen als LKW gezählt wird.

Viel Spaß!