Nicht auf das Ergebnis konzentrieren

, sondern auf den Weg!

Wochengedanken: KW 19 – 2017

Paolo Coelho hat es in seinem Buch „Der Alchemist“ treffend beschrieben. Was ich aus diesem Buch gelernt habe ist, das der Weg das Ziel ist. Zu der Zeit, als ich es gelesen habe, habe ich sehr mit mir selbst gekämpft, bin von Wochenende zu Wochenende gehechtet, habe meine Pflichten erfüllt und meine Rechte vernachlässigt. In den letzten Jahren habe ich dann immer mehr dazu gelernt, was es heißt, den Weg bewusst zu gehen. Aber immer habe ich es nur in dem Horizont verstanden, wo ich gerade war, denn ich brauchte nur bestimmte Dinge für meine jeweilige Lernphase, um weiter zu wachsen. Alles auf einmal hätte ich sowieso nicht verstanden und immer wenn irgendetwas nicht mehr richtig war, habe ich neue Informationen bekommen, neue Leute kennengelernt oder irgendetwas neues entdeckt.

Wenn wir uns nur auf das Ergebnis konzentrieren, identifizieren wir uns irgendwann zwangsläufig damit. Grob beschrieben ist es so: Wir wollen einen Schulabschluss und kämpfen uns durch die Jahre auf der Schulbank, obwohl das Schulsystem total lebensfremd, veraltet und unzweckmäßig ist. Wenn wir dann den Abschluss haben, geht es weiter: Ausbildung oder Studium, dann Arbeit. Und all die Jahre wollen wir Ergebnisse erzielen, nützlich und gebraucht sein, weil es doch das ist, wofür wir augenscheinlich diese Reise des Lebens gehen, oder? Irgendwann, wenn nicht etwas dramatisches passiert, wie ein Unfall, Arbeitslosigkeit oder Krankheit, gehen wir in die Rente und verlieren unseren „Sinn“, verlieren das Gefühl, nützlich und gebraucht zu sein. Der Gesellschaft immer treu gedient, haben wir so viel Zeit verschwendet, weil wir immer nur den Ergebnissen hinterher gejagt sind, um der Gesellschaft nach ihrem Maßstab zu dienen. In der Rente hätten wir jetzt so viel Zeit, alles zu tun, was wir schon immer machen wollten. Aber eins ist anders. Im Lebensabend kann man auf einmal nicht mehr so, wie man will und die Prioritäten ändern sich. Erst dann merken wir, dass wir doch das ganze Leben lang die Möglichkeit gehabt hätten, das zu tun, was wir wollten.

Wir haben nie genug Zeit, genug Geld, nicht genug Ausdauer, nicht genug Kraft, um das zu tun, was wir wollen. Wir müssen sie uns nehmen. Wir müssen es uns selbst erlauben, uns zugestehen. Die Gesellschaft ist ein Hamsterrad. Wir werden gedrillt, dem zu folgen. Aber Leben, Gefühl, das ist dieses Hamsterrad nur begrenzt bis gar nicht. Unser Bewusstsein ist so mächtig, dass wir unsere eigene Realität erschaffen können. Wir bekommen, was wir brauchen, immer. Wenn wir negativ denken, ziehen wir negatives an. Wenn wir nur in der Zukunft leben, leben wir nicht hier und jetzt, da, wo das Leben stattfindet und fühlen uns dann logischerweise leer. Wir erfinden etwas, was es nicht gibt, um uns selbst zu rechtfertigen, warum wir das alles tun, warum wir die Ausreden brauchen, um etwas nicht zu tun. Auf dem Weg begegnen wir Menschen, die uns für eine kurze oder längere Zeit begleiten. Sie sind ein Segen, ein Geschenk oder eine Lektion. Wir erleben Situationen, schaffen Erinnerungen mit Sinneswahrnehmungen und Gefühlen verbunden.

Wir vermeiden Schmerz, obwohl er zum Leben gehört, haben unseren Hintern in der Komfortzone breitgesessen und vergessen, dass das Leben außerhalb dieser Zone stattfindet. Wir haben das Selbstdenken verlernt, können nicht mit unseren Gefühlen umgehen und genau deswegen verliert das Ergebnis auf Dauer an Wertigkeit. Denn es ist egal, was du tust, Hauptsache du tust es. MACH DEIN DING! Wenn du etwas gut machst, wird es immer Kritiker geben. Solange wir atmen, ist das Leben eine Reise, offen in alle Richtungen und wir bestimmen, wo es lang geht. Wir geben zwar gerne anderen die Schuld, dass wir fremd bestimmt sind, aber im Endeffekt ist es doch unsere Entscheidung gewesen, den anderen die Verantwortung zu übergeben. In der Kindheit sichert es das Überleben. Der Weg, wie du ihn gehst, wie schnell, wie weit, wohin, wann, mit wem, das entscheidest du. Das ist wichtig. Wir können Dinge nicht verhindern, ob wir stolpern, rennen müssen, oder ausgebremst werden, aber wie wir damit umgehen, das können wir beeinflussen. Das liegt in unserer Macht. Deswegen ist das Ziel der Reise DER WEG, da, wo du bestimmen kannst, was du mit deinem Leben machst; da, wo du lebst!

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